Samstag, 6. März 2021

Die Schweiz braucht einen grünen Staatsfonds

Die Nationalbank (SNB) hat ungefähr 920 Milliarden Franken Devisenreserven in der Bilanz.

Das ist einiges mehr als sie für ihre Geldpolitik braucht. Mehr noch, heute schaden die überschüssigen Devisenreserven einer Geldpolitik, die mit dem verfassungsmässigen und gesetzlichen Mandat der SNB konform geht.

Wieviele Devisenreserven überschüssig sind, muss diskutiert werden.

Ich meine, es ist ungefähr die Hälfte, also 500 Milliarden.

Diesen 500 Milliarden sollte die SNB in einen grünen Staatsfonds überführen.

Das entsprechende Loch auf der Passivseite der SNB-Bilanz kann durch buchhalterische Umbuchungen geschlossen werden, die auch eine substanzielle Schrumpfung der überschüssigen Giroeinlagen des Bankensystems enthält, die durch die Mechanik der SNB-Eurokäufe leistungslos entstanden sind.

Die Gestaltung eines solchen Fonds muss ebenfalls diskutiert werden.

Ich meine, der Grüne Staatsfonds dürfte auschliesslich in Wertpapiere investiert sein, die noch zu definierenden Kriterien der Nachhaltigkeit genügen.

Die Erarbeitung dieser Definition kann nicht bloss die Sache von Nationalbank, Bundesrat und Parlament sein. Dazu ist eine breiten Bewegung aller interessierten Kreise nötig.

Wie ein allfälliger Ertrag verteilt wird, ist vorerst noch ein zweitrangiges Problem.

Donnerstag, 18. Februar 2021

Beware of the dismal science — Monetary policy is not a science but an art

To promote a constructive public debate about SNB's monetary policy based on facts and economic science, monetary economists Stefan Gerlach, Yvan Lengwiler, and Charles Wyplosz recently founded the SNB Observatory.

Good idea, unfortunately, with a flaw.

Facts and economic science are not enough to discuss monetary policy. Swiss national interest, history, and current geopolitics are needed as well.

To put it another way, monetary policy is not a science but an art.

Suppose it is true, as the three Professors write, SNB's current strategy unduly restricts monetary policy. And thus prevents urgently needed monetary stimulus in case of a COVID-induced slump or a serious deflation. 

A slightly higher inflation goal and a clarification of the exchange strategy would be an all too weak medicine to prepare for such crisis-ridden times.

As long as the Swiss franc functions as a refuge currency for the rich, the upward pressure on its value will persist.

If this upward pressure collides with a necessary monetary stimulus sooner or later, the SNB will have to open the poison box, i.e. capital controls, split exchange rates for financial transactions and the real economy, etc.

Examine the poison box monetary politicians.

Montag, 1. Februar 2021

Die geopolitischen Ursachen des harten Frankens: Deglobalisierung, Blockdenken und Wirtschaftskrieg

Der Schweizer Franken ist eine der härtesten Währungen der Welt.

Für einen Franken kriegt man heute am Wechselschalter mehr US-Dollar, Englische Pfund oder Euro als vor 20 Jahren.

Wer alt genug ist, vermag sich noch an die Kursrelationen im Bretton-Woods-Fixkurssystem zu erinnern, das vom US-Präsidenten Richard Nixon 1968/1971/1973 scheibchenweise liquidiert wurde.

Damals zahlte man am Wechselschalter für ein Pfund 12 Franken 50, nicht wie heute 1 Franken 22. Und für einen US-Dollar 4 Franken 30, nicht 89 Rappen.

Weshalb konnte der Franken seinen Wert gegenüber den wichtigsten Weltwährungen durch alle Krisen und Kriege des vergangenen halben Jahrhunderts ständig steigern?

Weshalb fuhr die Nationalbank auch im Coronakrisenjahr 2020 einen fetten Pandemie-Gewinn ein — Ebenso wie Jeff Bezos, Elon Musk, Marc Zuckerberg und andere Milliardäre?

Diese Fragen können die Ökonomen mit ihren mehr oder minder tauglichen Wirtschaftstheorien allein nicht beantworten.

Das Tauschverhältnis von Währungen widerspiegelt nicht bloss die Integration der Wirtschaft des jeweiligen Währungsraumes in Weltwirtschaft und Weltfinanz, sondern auch deren Positionierung in der Weltpolitik.

Der Franken bleibt hart, weil der weltpolitische Trend heute Richtung Deglobalisierung, geopolitische Blockbildung und Wirtschaftskrieg läuft.

Die USA, China, Russland und die EU brauchen den Franken als Drittwährung zum finanziellen Abgleich für das, was im gegenseitigen realwirtschaftlichen Austausch trotz aller Boykotte noch übrigbleibt.

Die gleiche Rolle spielte der Franken einst im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg.

Damit der Franken  in der anbrechenden neuen Epoche von Weltwirtschaft, Weltfinanz und Weltpolitik seine alte Rolle auch weiterhin spielen kann, bauen Nationalbank, Schweizer Börse SIX und die Banken zurzeit ein digitales Franken-Ökosystem. 

Digitales Zentralbankengeld, digitales Interbanken-Clearing, Blockchain-Börse, digitaler Zahlungsverkehr, alles voll integriert und per App zugänglich, sollen in einer krisengeschüttelten Welt den Gebrauchswert des Frankens als weltweites Zahlungs- und Anlagemedium erhalten.

Freitag, 22. Januar 2021

Tabu beim Tages-Anzeiger: Pietro Supinos Aktivitäten in Italien

Mich laust der Affe. Da schreibt doch im heutigen Tages-Anzeiger einer eine ganze Seite über John Elkann, den Chef der mächtigen italienischen Agnelli-Dynastie.

Erwähnt in einem Kasten, dass die Agnellis mehr als eine Autodynastie seien, weil John Elkann über die Familienholding Exor auch 43 Prozent am britischen Magazin "The Economist" hält, und die Verlagsgruppe Gedi führt, mit "La Repubblica", "La Stampa", "L'Espresso" u.a.m. die grösste Tageszeitungsgruppe Italiens

Ohne jedoch zu erwähnen, dass Pietro Supino, der starke Mann des Tages-Anzeigers im Verwaltungsrat von Elkanns Verlagsgruppe Gedi sitzt.

Auch Verschweigen kann Desinformation sein!

Ich aber frage mich, ob Pietro Supino seinen Tages-Anzeiger zum antichinesischen Kampfblatt umbaute, weil er Elkanns dort schwache Stellantis (Fiat, Chrysler, Jeep, Opel, Peugeot, etc.) im Kampf gegen VW und BMW unterstützten will, die in China stark sind?

Und da wäre noch eine Frage: weshalb veröffentlichten die Onlinemagazine "Republik" und "Heidi News" eine zehnteilige Tamedia-Serie ohne auf die bedeutende Rolle Pietro Supinos in Italien einzugehen?


 

Dienstag, 5. Januar 2021

NZZ Deutschland Online verbreitet antichinesische Konspirationstheorie — NZZ-Schweiz-Print schwächt ab

Kaum eingesetzt, hauen der neue NZZ-Deutschland-Geschäftsführer Jan-Eric Peters und der neue Chefredaktor NZZ Deutschland Marc Felix Serrao schon tüchtig auf die Pauke.

Am 3. Januar um 5.30 Uhr publizierten die beiden auf NZZ Deutschland Online den Artikel "China versucht, Deutschland mit der Einheitsfront aufzurollen". 

Die aus Hauptstadtbüro-Perspektive geschriebenen Story des Berliner NZZ-Redaktors Christoph Prantner ereicht ihren antichinesischen Höhepunkt im Satz:

"Das strategische Ziel der kommunistischen Mandarine ist, peu à peu eine von der Kommunistischen Partei Chinas vorgegebene, sinozentrische Weltsicht in Europa zu etablieren."

Diese antichinesische Konspirationstheorie muss einigen Hinterbänklern vom Lokalbüro-Falkenstrasse sauer aufgestossen sein.

Anders kann ich mir die redigierte Version der Story in der heutigen Printausgabe (5.1) nicht erklären, die den oben zitierten Satz nicht mehr NZZ-Redaktor Prantner zuschreibt, sondern in indirekter Rede den beiden Buchautoren Clive Hamilton und Mareike Ohlberg.

Wie lange wohl Eric Gujers helveto-teutonischer Spagat noch dauert?

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Projekt Helvetia — Ein digitaler Franken für die Banken als Grundlage der digitalisierten Schweizer Börse

Heute informierten die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die Nationalbank (SNB) und der Finanzmarktinfrastrukturbetreiber SIX über das Projekt Helvetia.

Link: https://bis.org/publ/othp35.htm

Das Projekt Helvetia demonstriert die Machbarkeit der Integration von Tokenised Assets und digitalem Zentralbankgeld (CBCD) unter realen Schweizer Echtzeit-Bedingungen.

Damit simuliert Helvetia rechtlich robust die Abwicklung von tokenisierten Vermögenswerten mit einem Wholesale-CBDC (PoC1) und der Anbindung einer DLT-Plattform (Blockchain-Plattform) an bestehende Zahlungssysteme (PoC2).

Dieses Experiment ist ein weiterer Schritt zur Digitalisierung der Schweizer Börse auf einer gemeinsamen SNB-SIX-Infrastrukturplattform und ein Schub zur weiteren Internationalisierung des Frankens obendrein.

Die komplexe Abwicklung des Börsengeschäftes, sprich Tausch eines real existierenden Wertpapieres gegen Kreditgeld auf einem Bankkonto, wird entscheidend vereinfacht, indem ein digitales Abbild eines Wertpapiers gehandelt, und der Handel in einem dezentral gespeicherten Verzeichnis registriert wird.

Damit das funktioniert, stellt die Nationalbank digitale Franken bereit. Allerdings nicht für Einzelpersonen, sondern nur für Banken und Finanzgesellschaften.

So bekommt das viele Zentralbankengeld, das die SNB-Geldpolitik seit der Finanzkrise 2008 produzierte, und das seither realwirtschaftlich funktionslos auf den geblähten Girokonten der Banken bei der Nationalbank liegt eine reale Funktion.

Das Zentralbankengeld der Banken und Finanzgesellschaften bei der SNB wird zum Schmiermittel des neuen, digitalen Schweizer Börsenhandels.

Vermögensverwaltung war gestern. Das Offshore-Verwaltungszentrum für die Reichen und die Superreichen ist ein Auslaufmodell.

Die Zukunft des Finanzplatzes Schweiz liegt in der gemeinsamen Handels-Infrastruktur von SNB, SIX und Bankensystem für digitale Wertpapiere. Der digitalen Schweizer Weltbörse.

Es sei den die Klimaerwärmung, Pandemien, die USA, EU, China oder andere geopolitische Entwicklungen machen der schönen neuen Welt der Schweizer Digitalbörse noch einen Strich durch die Rechnung.

Freitag, 13. November 2020

Private Ameisenbank oder Staatsbank — Grundsatzfrage der chinesischen Finanzdigitalisierung

In Sachen Finanzdigitalisierung ist China Weltspitze.

Der weltgrösste Konzern für digitale Finanzgeschäfte, die Ant Group aus Hangzhou, exemplifiziert Chinas Vorsprung sowohl auf die USA, als auch auf die EU und Japan.

Ant Group bündelt Zahlungsverkehrs-, Kredit- und Anlagegeschäfte für die Massenkundschaft auf einer App und hält damit, was US, EU und Japan Banken bloss versprechen.

Zu den Ant-Group-Töchtern gehört Alipay, die weltweit grösste Zahlungsplattform. Sie verbindet den Online-Händler Alibaba und 80 Millionen kleinere Shops mit über einer Milliarde Nutzern. 2019 verzeichnete Alipay einen Umsatz von rund 118 Billionen Yuan (ca. 16 Bio. CHF), das sind 25 mal mehr als die grösste US-Zahlungsplattform PayPal.

Zum Ant-Universum gehört auch Yu’e Bao, der mit 588 Millionen Anlegern weltweit grösste Geldmarkt-Fonds. Huabei, die grösste chinesische Online-Konsumkreditplattform. Und Jiebei, die chinesische Nummer 1 für Online-Kredite für kleine und mittlere Unternehmen. 

Huabei und Jiebei sind die Hauptwachstumsträger der Ant Group. Zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit setzen Huabei und Jiebei voll auf Maschinenintelligenz plus Big Data von Alipay, Yu'e Bao und zahlreicher anderer Ant-Group-Gesellschaften.

Ende Juni beliefen sich die vergebenen Huabei/Jiebei-Kredite auf 1,73 Billionen Yuan (239 Mia. Fr.). Davon 98% fremdfinanziert, entweder durch Drittbanken, oder durch den Weiterverkauf der von der Ant-Group-Investmentbank zu handelbaren Wertpapieren gebündelten einzelnen Darlehensverträge.

IPO gecrasht

Vergangene Woche ist die 2014 gegründete, bislang stets erfolgsverwöhnte Ant Group erstmals gröber gestrauchelt.

48 Stunden vor dem ersten Handelstag am 4. November hat die chinesische Börsenaufsicht den zuvor bewilligten Börsengang (IPO) in Schanghai und Hongkong abrupt gestoppt.

Dadurch entgingen der Ant Group umgerechnet etwa 31 Milliarden Franken aus dem Erlös der um ein vielhundertfaches überzeichneten Aktienemission. 

Noch viel gravierendere Einbussen drohen der Ant Group durch die zahlreichen koordinierten, schärferen Regulierungen der letzten zehn Tage von Staatsrat (Regierung), Volksbank (Zentralbank) und Banken- und Versicherungsaufsicht (CBIRC).

Die neue Regeln engen das Geschäftsfeld der Internet-Händler ein, verlangen mehr Wettbewerb zwischen den Oligopolen wie Alibaba-Ant oder Tencent-JDcom, und zerschlagen damit diese die im Klima der bislang liberalen chinesischen Finanzmarkt-Regulierung entstandenen privaten Handels-Zahlungsverkehrs-Anlageberatungs-Kredit-Ökonsysteme.

So gibt es beispielsweise für den grössten Ant-Wachstumstreiber, das chinaweite Online-Mikrokreditbusiness, verschärfte Kapitalunterlegungsvorschriften der Chinesischen Volksbank (Zentralbank) die noch praktisch keine Akteure erfüllen. Auch muss Ant neu statt 2% neu 30% der vergebenen Kredite in der eigenen Bilanz behalten. Ob Huabei/Jiebei in der Alipay-App integriert bleiben dürfen ist offen. 

Gleichzeitig sollen die wirksamere Vorschriften der Wettbewerbsbehörde des Staatsrates für mehr Wettbewerb unter den Internetplattformen sorgen, und die zunehmend geschlossenen Ökosysteme von Alibaba-Ant und Tencent-JD.com zu öffnen. Damit die Tencent/WeChatpay-Zahlungapp auch im Alibaba-Onlinestore Taobao funktioniert, was bislang nicht der Fall ist ist.

Die Kommunistische Partei greift ein

Alles in allem lassen die systemrelevanten Veränderungen der vergangenen zehn Tage auf den chinesischen Finanzmärkten nur einen Schluss zu: Die Kommunistische Partei hat eingegriffen und die politökonomischen Rahmenbedingungen der Finanzdigitalisierung neu definiert. 

Bereits hat das Wall Street Journal spekuliert,  hier habe KP-Chef und Staatspräsident Xi Jinping himself eingegriffen — Mag sein.

Operativ zuständig in der Kommandokette ist das Komitee für Finanzstabilität und Entwicklung des Staatsrates. Die 2017 auf Xi Jinpings Anregung entstandene Superbehörde zur Überwachung der Geld- und Finanzpolitik hat weitreichende Weisungsbefugnisse im Finanzwesen und darf Provinz- und Lokalregierungen Vorschriften für den Finanzhaushalt machen. Geleitet wird das Komitee von Vize-Premier des Staatsrates und Politbüromitglied der KP Chinas Liu He, ein langjähriger Vertrauter und Wirtschaftsberater Xi Jinpings und an der US-amerikanischen Harvard-Universität ausgebildeter Ökonom.

Für alle die es gerne genau wissen wollen, hier das relevante Dokument der Sondersitzung des Komitees für Finanzstabilität und Entwicklung des Staatsrates vom 31. Oktober 2020, einer "Sondersitzung um den Geist der Fünften Plenarsitzung des 19. Zentralkomitees der Partei zu vermitteln,  sowie die Umsetzung im Finanzsystems zu untersuchen und durchzuführen".

Link: Finanzreformbestrebungen im Ramen des nächsten chinesischen 5-Jahresplans 2021-2026 

In einem Satz zusammengefasst soll die Finanzdigitalisierung nicht via die Konsolidierung und weitere Stärkung der neuen realwirtschaftlich-finanzwirtschaftlichen Hybridkonglomerate wie Alibaba-Ant und Tencent-JD.com voranschreiten, sondern über die weitere Digitalisierung des Bankensystems, insbesonere der vier grossen Staatsbanken in Kombination mit der Einführung des E-Renminbi durch die Chinesische Volksbank (Zentralbank). 

Wohl nicht zufällig hat eine der staatlichen Grossbanken, die China Construction Bank Corp. in diesen Tagen die Begebung ihrer ersten voll digitalisierten, börsengelisteten Anleihe für In- und Ausländer auf einer Blockchain verkündet, die gegen E-Renminbi oder Bitcoin gehandelt werden kann.  

Rückwirkend erscheint damit die Rede von Jack Ma (Chinesisch Mǎ Yún) von Anfang November am 2. Bund-Finanzgipfel in Schanghai in einem neuen Licht. Ma ist als Gründer, Grossaktionär und starker Mann des Alibaba-Ant-Konglomerates einer der reichsten Chinesen und Mitglied der KP Chinas obendrein.

In dieser Rede vertritt Ma diametral andere Ansichten als das erwähnte Komitee für Finanzstabilität des Staatsrates. Er stellte das chinesische Bankenmodell, dessen "verbürokratisierte Regulation" und auch die Einbindung der chinesischen Banken in das globale Finanzsystem fundamental in Frage.

Er fürchte nicht die Finanzregulierung an sich, sagte Ma, sondern nur die veraltete Regulierung. Und benutzte dazu folgenden Vergleich: Wir können einen Flughafen nicht auf die gleiche Weise verwalten wie einen Bahnhof. 

Weiter sagte Ma die staatlichen Grossbanken würden in China immer noch wie "Pfandhäuser" geführt, die bei der Kreditvergabe bloss auf ausreichende Sicherheiten achteten.

Dieses System sei im Zeitalter der industriellen Entwicklung konzipiert worden, sagte er weiter. Doch um der riesigen chinesischen Wirtschaft auch in Zukunft effizient Kredit bereitzustellen, brauche es ein neus, umfassendes, nachhaltiges und grünes System. 

Neue, technologiegetriebene Kanäle welche die Entscheidung der Kreditgewährung nicht dem Pfand überliessen, sondern auf  Big Data, Cloud Computing und Blockchain vertrauten. 

Bemerkenswert auch Mas Frontalangriff auf die BIZ in Basel, auch Bank der Zentralbanken genannt, wo die Chinesische Volksbank Mitglied ist.

Ma meinte das als Basel III bekannte internationale Regelwerk zur Stabilisierung der globalen Finanzmärkte sei mit seinem veralteten Glauben an verschärfte Eigenkapitalvorschriften ebenfalls ein Pfandleih-Modell. Dieses von "einem Klub alter Leute" zur Risikontrolle eines gealterten Bankensystems entworfene Basler Modell sei möglicherweise nicht die richtige "Medizin" für das noch in den Kinderschuhen steckenden Finanzsystem Chinas.

Zum Schluss betonte Ma dass Innovation immer mit einem Risiko verbunden sei, doch das grösste Risiko sei, dass man versuche, das Risiko auf Null zu minimieren.

Nach Mas sonntäglicher Rede kam es noch gleichentags mit den ebenfalls in Schanghai anwesenden Spitzen der Finanzmarktüberwachung zu einer Sitzung, wo auch der Präsident und der CEO der Ant Group anwesend waren. Und am Montag hat die KP China klar gemacht, wer im Reich der Mitte das Sagen hat.