Freitag, 21. August 2026

Verschärfte Eigenkapitalvorschriften reichen nicht, der Finanzplatz Schweiz braucht auch digitale Souveränität und Kapitalverkehrskontrollen

Der Bundesrat will schärfere Eigenkapitalvorschriften. Die Beteiligungen systemrelevanter Schweizer Banken an ausländischen Tochtergesellschaften im Schweizer Stammhaus soll mit siebenjähriger Übergangsfrist künftig zu 100 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegt werden müssen. 

Demnach müssten Beteiligungen an Auslandtöchtern (Aktiven) auf der Passivseite der Bilanz des Mutterhauses durch dauerhaft verfügbares, voll verlusttragendes Eigenkapital finanziert sein. 

Für UBS entspräche das nach Berechnungen des Bundes einer Erhöhung des dividendenberechtigen Aktienkapitals von rund 20 Milliarden Dollar, was die Eigenkapitalrendite schmählern müsste.

Heute sind bloss etwa 45 Prozent der Auslandbeteiligungen mit dividendenberechtigtem Eigenkapital unterlegt.

Die Vorlage liegt im Parlament. Die Wirtschaftskommission des Ständerats prüft schwächere Varianten der Unterlegungsvorschrift.

Bundesrat, Nationalbank, FINMA, SP und Grüne stehen hinter der harten Lösung.

UBS, Wirtschaftsverbände und grosse Teile des bürgerlichen Lagers wollen abschwächen. Die Mittepartei schwankt.

Eine Abschwächung der schärferen Eigenkapitalanforderungen an die UBS wäre meines Erachtens falsch.

Schwächere Eigenkapitalvorschriften stärken die implizite Schweizer Staatsgarantie eines vollglobalisierten Finanzgiganten auf Kosten der Innländer.

Die UBS ist längst keine Schweizer Bank mehr.

Gemäss ihrem Geschäftsbericht 2025 sind 21 Prozent des gesamten Aktienkapitals auf Adressen in der Schweiz registriert. Von den noch etwa 100'000 Beschäftigten arbeiten etwa ⅓ in der Schweiz. Die Konzernleitung besteht aus 7 Ausländern und 6 Innländern, der von einem Irisch-Amerikaner präsidierte Verwaltungsrat aus 9 Ausländern und 3 Innländern.

Neben schärferen Eigenkapitalvorschriften braucht der Finanzplatz Schweiz noch auch zwei weitere Staatsinterventionen, nämlich Kapitalverkehrskontrollen an den Grenzen des Franken-Währungsraumes und digitale Souveränität des Standortes Schweiz.

Kapitalverkehrskontrollen

Der Kleinstaat Schweiz mit seinen 9 Millionen Einwohnern ist seit über einem Jahrhundert ein grosses, international relevantes Zentrum der Vermögensverwaltung für Ausländer, was zu einem im Verhältnis zur Realwirtschaft überdimensionierten Bankensystem führte.

Ein Ausdruck der Bedeutung der Schweizer Vermögensverwaltung für In- und Ausländer in der aktuellen Weltfinanz ist der 6,3 Prozentanteil des Frankens am globalen Devisenumsatz (April 2025, BIZ Triennial Survey).

Zum Vergleich: Anteil Hong-Kong-Dollar 3.9 Prozent, Singapur-Dollar 2.4 Prozent.

Damit liegt der Anteil des Frankens am globalen Devisenumsatz etwa 8 mal höher als der Anteil der gesamten Schweizer Wirtschaftsleistung BIP am nominalen, globalen BIP, der nur etwa 0.8 Prozent beträgt. 

Von den täglich über die Grenze hin und hergeschobenen Devisen im Wert von vielleicht etwa 500 Milliarden Franken fliesst ein gewisser Anteil in dauerhafte Investitionen in innländische Grundstücke und Immobilen. 

Wieviele Milliarden das genau sind ist unklar, völlig klar ist hingegen dass es zuviele sind.

Diese Grundstückkäufe mit Auslandkapital sind ein wichtiger Treiber des rasanten Anstieges der Mieten, der hierzulande eines der grössten wirtschaftlichen Probleme ist.

Deshalb muss der Zufluss von Auslandkapital in Liegenschaften und Immobilien gestoppt werden, was die Beschränkung des Kapitalimports durch Kontrolle und Regulation nötig macht. 

Solche Kontrollen gab es in der Schweiz auch schon. Wer alt genug ist, erinnert sich noch an die Zeit von 1964 bis 1966, als der Bundesrat ein Zinsverbot auf Auslandgelder bei Banken verfügte und die Anlage ausländischer Gelder in Schweizer Wertpapieren, Grundstücken und Hypotheken beschränkte. Unsereiner besuchte damals die Kantonale Handelsschule Freudenberg, wo uns Handelslehrer Leo Nadig diesen seit dem Zweiten Weltkrieg erstmaligen Staatseingriff erklärte, so gut er konnte.

Ab 1971 kehrten die Kapitalverkehrskontrollen, noch härter gestaltet zurück, was unsereiner als Ökonomiestudent, neben dem Studium der drei Bände Kapital von Karl Marx versteht sich, verfolgte, und mit anderen Studis diskutierte. Wenn ich mich recht erinnere, besuchte ich mal ein Semester ein einschlägiges Kolloquium beim gerade von der OECD in Paris zurückgekehrten Kurt Schildknecht. 1972 verfügte der Bundesrat auf ausländische Bankguthaben einen 2prozentigen Negativzins pro Quartal, sowie eine Bewilligungspflicht für die Aufnahme von Auslandkrediten durch Inländer. Gleichzeitig wurde das Verbot von Immobilienkauf mit ausländischem Kapital weiter eingeschränkt. Weil sich die Wirtschaftskrise des Westblocks im Verlauf der 1970er Jahre infolge Ereignissen wie dem Ölpreisschock, der Niederlage der USA in Vietnam und dem Sieg der Anti-Schah-Revolution im Iran ständig verschärfte, was den unerwünschten Zustrom von Auslandkapital in den sicheren Hafen Schweiz anschwellen liess, erhöhte der Bundesrat den als "Kommission" bezeichneten negativen Quartalszins auf ausländische Bankeinlagen bis auf sagenhafte 10 Prozent.

Dann applizierten die neoliberalen Berater der britischen Premierministerin Margreth Thatcher und des US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan, allen voran Milton Friedmann und Paul Volcker, ihr erfolgreiches Rezept zur Überwindung der Wirtschaftskrise, sprich Deregulation und Globalisierung der Märkte plus Senkung der Unternehmenssteuern.

Das ist jetzt fast vier Jahrzehnte her. Heute der globalisierte, neoliberale Finanzkapitalismus anglo-amerikanischer Prägung meines Erachtens an einem Punkt jenseits einer möglichen Umkehr angekommen. Die lange verschwiegenen Differenz zwischen den Profiteuren und den Verlierer dieses Systems ist zu gross geworden. Die Ungleichheit zwischen den vielleicht etwa 4000 Milliardären und den mehreren Milliarden Habenichtsen im Westblock nicht mehr überbrückbar, die astronomischen Schulden von Staaten, Unternehmen und Privaten sind nicht mehr rückzahlbar.

Das 2001 mit Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO entstandene, freie, neoliberale Welthandelssystem ist Geschichte. Nachschub von Rohstoffen und Halbfabrikaten muss heute nicht bloss bezahlt, sondern auch mit realen, im Extremfall militärischen Machtmitteln abgesichert werden können.

Die strukturelle Hegemonie des Dollars im Weltwährungssystem löst sich zusehends auf, auch wenn die Prozentanteile diese Währung in den relevanten Metriken vorerst hoch bleiben.

Das US-kontrollierte internationale SWIFT-Netzwerk des Weltfinanzsystem, das den Devisenverkehr der nationalen Bankensysteme vermittelt, ist technisch veraltet und teuer. Während das neue grenzüberschreitende Interbank-Zahlungssystem der Chinesischen Nationalbank CISP den BRICS+ Staaten diesen Dienst schneller und preisgünstiger anbietet. 

Zu all diesen geoökonomischen Treiber des Niedergangs des Hegemons kommen noch noch die technischen Treiber Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, welche auch die nationalen (Papier)Geld- und Kreditsysteme erfassen.

Neue digitale Geldsorten stellen ganz neue Anforderungen an das mittels Geldpolitik der Zentralbank regulierten (Papier)Geldsystem. Stablecoins beispielsweise, lösen die bisherige Homogenität von nationalem (Papier)Geld als Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Masseinheit auf.

Die zurzeit umlaufenden 183 Milliarden Tether Token (USDT) sind wohl ein gutes und preisgünstiges Dollar-Zahlungsmittel für einen Handel zwischen Unternehmen und Privaten in Ländern des Südens ohne Bankkonto. Aber nur unter der Drohung eines im Programm eingebaute kill-switch, der den Token zur Wertaufbewahrung hochriskant macht, wie die iranischen Revolutionsgarden lernen mussten, deren Bestände Tether nicht mit richterlicher Befugnis beschlagnahmte, sondern auf Befehl der Trump-Administration schlicht wegklickte. 

Das zurzeit im Wirtschaftskrieg zwischen China und den USA entstehende neue Weltwährungssystem hat weder seine Gestalt, geschweige denn Namen und Begrifflichkeiten gefunden. Als Marschrichtung scheint mir der von  Kathleen Tyson aufgebrachte Namensvorschlag Mehrwährungs-Merkantilismus gut zu passen:

"In 2023 we have mercantilist nations  transacting in more diverse currencies and more diverse  assets than the 2022 dollarised global economy. Dollar’s  eighty-year dominance in the world is waning as the share  of trade, credit, and investment in mercantilist currencies  increases. As more states experiment with Multicurrency  Mercantilism the transition will accelerate.  Excessive Western sovereign debt and monetary laxity have  contributed to unease among mercantilist states from 2009,  but the decisive shift to Monetary Mercantilism in 2023 has  been motivated by sanctions. The US and its allies overused sanctions, driving the rest of the world to defensive  trade in alternative currencies." (Kathleen Tyson: Multicurrency Mercantilism: The New International Monetary Order, Kindle Edition p.10, 2023) 

Ob der Finanzplatz Schweiz seine bisherige Funktion als sicherer Hafen im kommenden Mehrwährungs-Merkantilismus mit oder ohne Kapitalverkehrskontrollen behalten kann, oder ob er dramatisch schrumpft, steht vorerst noch in den Sternen.


Digitale Souveränität

Eine nötige, wenn auch nicht ausreichende weitere Bedingung für die Weiterexistenz eines Schweizer Finanzplatzes von globaler Relevanz ist die digitale Souveränität.

Okay, volle Transparenz, vom Technischen versteht ChatGPT mehr als ich, weshalb ich Chat die Frage stellte: Was muss die Schweiz tun um digital souverän zu werden. Antwort: 

Die Schweiz sollte digitale Souveränität nicht als vollständige Autarkie, sondern als jederzeitige Kontroll-, Fortführungs- und Austauschfähigkeit verstehen.

Kritische Finanzdaten, Verschlüsselungsschlüssel, Administratorenzugänge und zentrale CHF-Infrastrukturen müssen ausschliesslich schweizerischer Entscheidungsgewalt unterstehen. 

Ausländische Technologien dürfen eingesetzt werden, sofern keine einzelne Regierung oder Firma den Finanzplatz abschalten, überwachen oder dauerhaft blockieren kann.

Dafür braucht es mehrere unabhängige Lieferanten, offene und lokal wartbare Software sowie realistisch erprobte Ausstiegsmöglichkeiten aus Clouds und proprietären Plattformen. 

Swiss Interbank Clearing SIC sollte als souveränes Rückgrat des CHF-Zahlungsverkehrs gestärkt und durch eine schweizerisch kontrollierte Konsortial-Blockchain für tokenisierte Vermögenswerte und Zentralbankgeld ergänzt werden.

Internationale Blockchains und Zahlungsnetze sollten über austauschbare Schnittstellen angebunden sein, dürfen aber nie den alleinigen Betriebsweg bilden.

Gleichzeitig muss die Schweiz eigene Rechenzentren, Kommunikationsnetze, Cyberabwehr, Fachkräfte und strategische Hardwarebestände aufbauen.

Regelmässige Krisentests müssen nachweisen, dass der Finanzplatz auch bei Sanktionen oder einem vollständigen Technologie- und Supportstopp durch die USA und China weiterarbeiten kann.


Die Frage, ob man jetzt in der kommenden Abstimmung über die Neutralitätsinitiative ein Ja einlegen müsse, um diese technischen Vorgaben politisch wirksam werden zu lassen beantwortete ChatGPT folgendermassen:

Nein – ein Ja zur Neutralitätsinitiative ist keine Voraussetzung für digitale Souveränität. Die technischen Massnahmen können bereits unter der heutigen Verfassung durch Finanzmarktregulierung, Beschaffungspolitik, SNB/SIX-Infrastruktur, Forschungsförderung und strategische Partnerschaften umgesetzt werden. (...) Belastbar ist meine engere Feststellung, dass die Neutralitätsinitiative rechtlich keine Voraussetzung bildet nur im Bezug auf die beschriebenen technischen Massnahmen; ob ihre Annahme insgesamt im Schweizer Landesinteresse liegt, ist dagegen ein politisches Werturteil.

Sicher doch, politisches Werturteil.

Ein Ja zur Neutralitätsinitiative verstärkt die positive Wirkung verschärfter Eigenkapitalvorschriften, Kapitalimportrestriktionen und digitaler Souveränität auf den Finanzplatz Schweiz im kommenden System des Mehrwährungs-Merkantilismus.

Mittwoch, 29. April 2026

Tether Wallet. The People's Wallet

Wer gtrepp.blogspot.com liest weiss, dass unsereiner im vergangenen Herbst eindringlich vor einem Tether CHF-Stablecoin warnte.

Besonders viele Leser sind es zugegeben nicht, ganz abgesehen davon das bloggen mittlerweilen out ist. Podcasting heisst die aktuelle Devise (hab ich vor zehn Jahren auch mal gepflegt).

Mein Tether-CHF-Stablecoin-Alarm ist aufgehoben. Dieser Token bleibt uns wahrscheinlich erspart.

Hingegen forciert Tether den Standort Schweiz für ein anderes Produkt, nämlich den bereits im Januar 2020 offiziell lancierten Token Tether Gold (XAUt).

Hier eine kompakte Claude-Zusammenfassung von Konzept, Realisierung und bisherigem Erfolg des tokenisierten Goldes von Tether.

Konzept Tether Gold (XAUt) ist ein goldgedeckter Stablecoin, der 2020 von TG Commodities Limited – einer Tochter von Tether – lanciert wurde. Jeder Token repräsentiert den Besitz einer Troy-Unze physischen Goldes, das in Schweizer Tresoren lagert. Der Ansatz verbindet die Wertbeständigkeit von Gold mit der Handelbarkeit und Teilbarkeit von Krypto-Assets. Oobit

Realisierung XAUt ist primär als ERC-20-Token auf Ethereum verfügbar, wird aber auch auf TRON und dem TON-Netzwerk unterstützt. Dank LayerZero ermöglicht eine Omnichain-Version kettenübergreifende Transfers. Ein Token lässt sich bis auf sechs Dezimalstellen aufteilen, was auch Kleinstinvestitionen ermöglicht. Tether selbst ist dabei zu einem der grössten privaten Goldhalter der Welt geworden. BitgetBitget

Bisheriger Erfolg Der Markt für goldgedeckte Stablecoins wuchs 2025 von rund 1,3 Mrd. auf über 4 Mrd. USD. XAUt dominiert diesen Markt mit einem Anteil von rund 60 %. Tether gehört laut IWF-Daten inzwischen zu den Top-30-Goldhaltern weltweit und übertrifft damit Länder wie Griechenland, Katar und Australien. Tether

Fazit: XAUt ist ein klarer Markführer im Nischensegment tokenisiertes Gold, aber mit deutlich kleinerem Volumen als USDT. Das Wachstum wird stark vom Goldpreisanstieg getrieben – kein eigenständiger Effekt des Tokens.

Gleichzeitig zur Expansion des Gold-Tokens läuft eine Tether-PR-Kampagne mit dem claim Tether Wallet. The People's Wallet.

Diese betont, dass sofortige Überweisungen von Dollars aus den USA nach Südamerika (fast) nichts kosten, während Banküberweisungen mehrere Tage dauern und einiges mehr kosten, gar nicht zu reden von noch teureren Zahlungsdienstleistern wie Western Union.

Diese Eigenschaft von USD₮, mit einem Umlaufvolumen von rund 170 Milliarden Dollar der weltweit grösste und meistgehandelte Stablecoin, ist, neben allen negativen Eigenschaften der neuen Transaktionsgeldsorte ein positiver Beitrag zum zurzeit entstehenden Digitalgeldsystem.

Wohlverstanden, die überwiegend negativen Einflüsse eines CHF-Stablecoins auf die Schweizer Realwirtschaft bleiben meines Erachtens bestehen.

Dazu sollte das SNB-Direktorium sich mal äussern.


Nicht einverstanden mit Shin und de Cos ist Tether, doch dazu der nächste Blogpost.

Sonntag, 12. April 2026

Der digitale Franken: Für wen, womit, und wozu? - Ein Blick auf die wichtigste Finanzinfrastrukturfrage der Schweiz

Was ist ein Stablecoin?

Ein Stablecoin ist eine digitale Währung auf einer Blockchain, die 1:1 an eine reale Währung gebunden ist. Anders als Bitcoin schwankt er nicht im Wert. Was ihn interessant macht, sind nicht Kursphantasien, sondern ein konkretes technisches Versprechen, nämlich fast kostenlose Zahlungen in Sekunden statt Tagen, rund um die Uhr, ohne klassische Banköffnungszeiten, programmierbar via Smart Contracts, und ohne teure Korrespondenzbanken als mutkassierende Mittelsleute.

Die bestehenden CHF-Stablecoins (ZCHF Frankencoin, CHFAU AllUnity) waren bislang ein Randphänomen, mit dem kürzlich lancierten CHFD Digitalfranken hat der Weg der neuen digitalen Geldsorte in den Finanzmainstream begonnen.

Seit April 2026 testen UBS, PostFinance, Sygnum, Raiffeisen, Zürcher Kantonalbank und die Waadtländische Kantonalbank gemeinsam mit der Swiss Stablecoin AG eine CHF-Stablecoin-Sandbox auf der Ethereum Blockchain. Vorerst sollen Erfahrungen gesammelt werden, ein Zwischenbericht ist auf den Herbst angesagt.

Was FINMA, SNB und Bundesrat zum CHF-Stablecoin sagen

Die FINMA sorgte lange für Rechtsunsicherheit. 2024 stellte sie dann folgendes klar, CHF-gebundene Token gelten als Publikumseinlagen und erfordern eine Bank- oder Fintech-Lizenz.

Das sind hohe Hürden.

Doch es kam noch schlimmer. Das operative KO-Kriterium für jedes skalierbare Modell ist die Qualifikation des Stablecoin-Haltens durch die FINMA als dauerhafte Geschäftsbeziehung, was vom Emittent des Tokens ein vollständiges Know Your Customer (KYC) Prozedere verlangt, also die Überprüfung aller Wallet-Inhaber. Deshalb operiert die neue Sandbox-Initiative von UBS, Postfinance und anderen bewusst unterhalb der FINMA-Schwelle von einer Million Franken.

Zur Befreiung von diesen Fesseln eröffnete der Bundesrat im Oktober 2025 eine Vernehmlassung zur Revision des Finanzinstitutsgesetz (FINIG), das die Rechtsgrundlage der FINMA-Einschränkungen ist. Frühestens 2027 soll der Gesetzesvorschlag in die Räte kommen.

Das SNB-Direktorium sagte bereis vor Jahren Nein zu einem Franken-Retail-CBDC und hat diesen Entscheid seither mehrfach bestätigt.

Die SNB setzt auf den Wholesale-CBDC, einen CHF-Token für den Interbankenmarkt auf der SIX Digital Exchange, der zurzeit mit dem Projekt Helvetia getestet wird.

Ein SNB-Digitalfranken für das grosse Publikum brächte Kontrollverluste in der Geldpolitik. Und in Zeiten von Krise und Krieg noch grössere unerwünschte Kapitalzuflüsse aus dem Ausland in die Safe-Haven-Währung Franken.

Darüberhinaus bedeuten Stablecoins eine Verminderung der Stellung der Geschäftsbanken im Finanzverkehr, was den Zugang der KMUs zu Krediten zu stören droht.

Solche strukturell bedingen SNB-Bedenken gegen einen machen einen Sinneswandel des Direktoriums wenig wahrscheinlich. Wobei beide von der SNB unerwünschten Elemente, abgeschwächt, auch bei privat emittierten CHF-Stablecoins bestehen bleiben.

Das strukturelle Kernproblem eines CHF-Stablecoins: Der Deckungsanker

US-Dollar-Stablecoins nutzen US-Staatsanleihen als Deckung. Das ist ein hochliquider Markt von über 27 Billionen Dollar. Die Schweiz hat ausstehende Bundesobligationen von lediglich rund 100 Milliarden Franken, viel zu wenig zur Ankerung eines CHF-Stablecoins.

Die 1:1 Bindung von Stablecoins mit SNB-Papiergeldfranken benötigt neben Triple A Papieren wie Bundesobligationen, Kantonsanleihen, Städte- und Gemeindeanleihen sowie Pfandbriefen, auch SNB-Giroguthaben oder SNB-Repo-fähige Sicherheiten.

Das ist geldpolitisch heikel und bringt die Frage nach der monetären Souveränität der Schweiz ins Spiel.

Wer braucht einen CHF-Stablecoin?

Grundsätzlich ist die Nachfrage real, aber kleiner und spezifischer als die begeisterte Aufnahme der Sandbox-Tests der Swiss Stablecoins AG suggeriert.

Dringende Nachfrage besteht bei Krypto-nativen Akteuren, die On-Chain-Settlement in Franken brauchen, ohne Wechselkursrisiko gegenüber USDC eingehen zu müssen. Beispielsweise Institutionelle Investoren, die tokenisierte Schweizer Wertpapiere kaufen, wie sie von der SIX gehandelt werden. Oder exportorientierte Unternehmen mit grenzüberschreitenden Zahlungsströmen, die heute über teure Korrespondenzbanken abgewickelt werden.

Latent vorhandene Nachfrage besteht bei Ausländische Investoren mit CHF-Positionen, die ein liquides, reguliertes, digitales Zahlungsinstrument suchen. Oder auch bei Migranten, die ihre Zahlungsanweisungen in die alte Heimat zu teuren Bankgebühren abwickeln müssen.

Keine Nachfrage haben Schweizer Privathaushalte. Twint funktioniert. SIC funktioniert. E-Banking funktioniert. Ein CHF-Stablecoin löst für den normalen Schweizer im Inland kein spürbares Problem.

Wer verdient an den Stablecoin?

Das Geschäftsmodell eines Stablecoin-Emittenten ist simpel: Franken hereinnehmen, in SNB-Repos oder Staatsanleihen anlegen, Zins behalten. Bei tiefem CHF-Zins ist der Ertrag bescheiden, bei höheren Zinsen schenkt es ein. Das US$ Stablecoin Tether macht mit diesem Modell bei den höheren US-Zinsen mehrere Milliarden Gewinn pro Jahr.

Die Halter von Stablecoin verdienen nichts. Ein regulierter CHF-Stablecoin wird, analog euro-MiCA und US-Genius-Act-Logik keine Zinsen ausschütten. Das ist politisch angreifbar und dürfte die kommende Debatte zur FINIG-Revision prägen.

Für die Banken im Konsortium geht auch um die Infrastrukturhoheit, um Transaktions- Und Depotgebühren. Wer die Abwicklung der tokenisierten Finanzgeschäfte definiert, sichert sich die Erträge der Zukunft.

Darüberhinaus haben die Banken auch ein defensives Motiv. Sie müssen verhindern, dass ein ausländischer Stablecoin ihr Schweizer Zahlungsverkehrsgeschäft unterwandert und die Erträge abführt.

Die digitale Lücke beginnt an der Grenze.

Die Schweiz hat bereits heute einen digitalisierten Binnenzahlungsverkehr. Das Interbankenclearing SIC läuft seit 1987. Twint hat über fünf Millionen aktive Nutzer. Nationale IBAN-Überweisungen kosten wenig.

Eine internationale CHF-Überweisung läuft heute über zwei bis vier Korrespondenzbanken, dauert Tage und kostet Dutzende Franken. Schweizer Exporteure fakturieren oft in Euro oder Dollar, weil CHF-Zahlungen für ausländische Gegenparteien umständlich sind, und tragen damit ein unnötiges strukturelles Währungsrisiko.

Die beste Antwort auf die Frage «Braucht die Schweiz einen CHF-Stablecoin?» lautet deshalb: Im Binnenzahlungsverkehr brauch die Schweiz keinen digitalen Franken im Auslandzahlungsverkehr hingegen schon.

Was das für die FINIG-Revision bedeutet

Der CHF-Stablecoin ist keine Kryptospielerei sondern eine notwendige Ergänzung im digitalisierten Auslandzahlungsverkehr mit professionellen Gegenparteien.

Dort ist der Nutzen unbestritten. Der Stablecoin dient der Verteidigung des Frankens im digitalen Raum zur Selbstbehauptung der Schweizer Aussenwirtschaft.

Ein mit Fokus auf den grenzüberschreitenden institutionellen Zahlungsverkehr konstruierter CHF-Stablecoin ist geeignet, offene Fragen der FINIG-Gesetzgebung zu lösen. KYC beispielsweise, sprich Geldwäschereibekämpfung, müsste nicht bei jedem globalen Walet-Inhaber stattfinden, die Verantwortung läge beim Schweizer Emittenten.

Was die Wahl des Blockchains betrifft, steht eine noch zu schaffende Schweizer Lösung im Vordergrund, allenfalls eine bereits bestehende Infrastruktur wie Ethereum. 

Die Schweiz hat die Institutionen, das Vertrauen, die regulatorische Kompetenz und die Währungsqualität zur Herausgabe eines CHF-Stablecoins mit Fokus auf grenzüberschreitenden Finanzverkehr.

Entsprechend konzipiert, wird der Schweizerfrankentoken zum Instrument zur Verteidigung der monetären Souveränität der Schweiz auf den Weltfinanzmärkten, wo Dollar-Stablecoins bislang das Terrain besetzen, und ein digitaler Renminbi, ein digitaler Euro und andere Stablecoins in Vorbereitung sind.


PS: Dieser Text entstand auf Basis eines geprompteten Dialoges von Gian Trepp mit dem KI-Modell Claude



Donnerstag, 29. Januar 2026

Tether rollt Finanzplatz Schweiz vom Tessin her auf

Heute (29.1) im Blick:

Tether kauft riesige Mengen des gelben Edelmetalls, jede Woche soll eine Tonne dazukommen. Damit will CEO Paolo Ardoino das Unternehmen zu einer Gold-Zentralbank machen. Sein Gold-Versteck in der Schweiz bezeichnet er als das «sicherste der Welt.


Diese Blick-Meldung ist ein weiterer Hinweis auf die wachsende Bedeutung der Firma Tether auf dem Finanzplatz Schweiz.


Tether ist die grösste Emittentin von US-Dollar-Stablecoins.


Laut Krypto-Marktdaten zirkulieren zurzeit etwa 186 Milliarden US-Dollar-Tether-Stablecions (USDT), die jedoch mit der US-Stablecoin-Gesetzgebung (Genius Act) nicht kompatibel sind.

Seit Anfang dieser Woche ist neben dem USDT ein zweiter Tether-Dollar-Token im Umlauf, der mit dem Genius Act kompatible Stablecoin USAT.

Emittiert von einem Joint-Venture von Tether mit Cantor Fitzgerald, der vom Sohn des US-amerikanischen Handelsministers Howard Lutnick geleiteten US-Finanzfirma, dem Mann der lieber Insekten isst, als den lausigen Food der Davoser Köche am WEF.

Der Firmenname Tether kommt vom englischen Verb to tether = anbinden, festmachen und weist auf die Finanzinnovation des vor über zehn Jahren von Tether eingekauften kalifornischen Startups hin, einen digitaler Token an den Wert einer Papiergeldwährung (Englisch fiat money) zu binden.

Der italienische Arzt Giancarlo Devasini, er gründete 2012 die Bitcoin Firma bitfinex, erkannte 2014 das Potential der Koppelung Digitaltoken-Fiatmoney, welche die enormen und erratischen kurzfristigen Wertschwankungen von Bitcoin zum Verschwinden bringt, was den systematischen Einsatz digitaler Token im Zahlungsverkehr erst ermöglicht.

Später stellte Devasini den Italo-Bitcoin-Crack Paolo Ardoino ein, und machte ihn zum Teilhaber.

Seither ist der Einsatz von USDT explodiert, vor allem im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr von Entwicklungsländern, weil unverhältnismässig viel preisgünstiger als Zahlungen über das globale Bankensystem.

Das Cantor-Fitzgerald-Joint-Venture positioniert Tether im Zentrum der von Trump in die Wege geleiteten Digitalisierung des US-amerikanischen Geldsystems, dessen erste Phase die privat emittierten Dollar-Stablecoins sind.

Nächste Phase ist die Ernennung des neuen Fed-Präsidenten, der die Wirkungen der Stablecoins in die Geldpolitik integrieren muss.

Stableconis als neue, auf dem gesetzlichen Hintergrund des Genius Act privat geschöpfte Transaktions-Geldsorte mit gesetzlichem Zinsverbot, ermöglicht den Zahlungsverkehr zwischen persönlichem Apps, die vom Appstore geladen werden, ohne dass ein Bankkonto nötig ist.

Gleich wie Bitcoin, nur ohne kurzfristige Wertschwankungen.

PS: Da wäre noch was, meines Erachtens planen Devasini und Ardoino einen CHF-Stablecoin, wie ich bereits hier geschrieben habe.

Sollten sie damit erfolgreich sein, dürfte Milliardär Devasini auf der Liste der Reichsten Italiener vom Platz 3 auf Platz 1 springen, und Ardoino von Platz 5 auf Platz 2 - Auf Kosten der Nationalbank, sprich von uns allen.

Donnerstag, 30. Oktober 2025

Due miliardari italiani delle criptovalute minacciano di fregarci la Svizzera

Cari ticinesi,

il Plan B Forum Lugano 2025 è stato un successo strepitoso. 

Tra i partecipanti figuravano l'ambasciatrice di El Salvador negli Stati Uniti, Brandon Lutnick, figlio del ministro del Commercio statunitense, e David Marcus, ex responsabile del fallito progetto di Meta di creare la valuta privata mondiale Libra.

Ma non montiamoci la testa.

Il piano orchestrato da Paolo Ardoino di clonare il Plan B Forum Lugano il prossimo gennaio a San Salvador è sicuramente una buona idea per lui e il suo partner Giancarlo Devasini, ma non per la città di Lugano, il Ticino e la Svizzera. 

I due miliardari italiani delle criptovalute minacciano di fregarci noi tutti.

Con Tether, Ardoino e Devasini controllano già il più grande token stablecoin in dollari statunitensi attualmente esistente.

Ora vogliono emettere anche uno stablecoin in franchi svizzeri.

Una moneta digitale mondiale basata sul franco forte.

La futura stablecoin in CHF ha il potenziale per diventare un mezzo di pagamento rapido ed economico (di nicchia) nel futuro sistema monetario mondiale multilaterale, non più dominato dal dollaro.

Se Ardoino e Devasini, insieme ai loro amici negli Stati Uniti e in El Salvador, riusciranno nel loro intento, miliardi di franchi finiranno nelle loro tasche.

Questo deve essere impedito.

Il cosiddetto signoraggio, il profitto derivante dalla produzione di denaro, deve rimanere interamente alla Banca nazionale. 

Ciò di cui la Svizzera ha bisogno è un sistema simile a quello descritto da  Hyung Song Shin nel rapporto annuale 2025 della Banca dei regolamenti internazionali (BRI).

Shin raccomanda come base del sistema monetario e finanziario mondiale di prossima generazione un registro unificato, un libro mastro uniforme di tutte le transazioni basato sulla tecnologia blockchain.

In questo registro unificato, la moneta della banca centrale e la moneta scritturale del sistema bancario sono integrate sulla stessa piattaforma. 

Secondo Shin, la tokenizzazione della moneta della banca centrale, della moneta scritturale del sistema bancario e dei titoli di Stato su un registro unificato consente di preservare il sistema monetario statale (moneta cartacea della banca centrale) nell'era della moneta digitale.

In questo modello, le stablecoin in CHF emesse da privati sono regolamentati dalla legge e svolgono solo un ruolo secondario.

Post scriptum:

Il franco e la piazza finanziaria svizzera avranno un futuro solo se ritroveremo la neutralità che purtroppo il nostro attuale ministro degli esteri Ignazio Cassis e la maggioranza del Consiglio federale hanno in gran parte abbandonato.

Se il Consiglio federale dovesse approvare il sequestro delle riserve della Banca centrale russa congelate presso Euroclear e Clearstream, la piazza finanziaria svizzera sarebbe destinata a scomparire.

Tradotto con DeepL.com (versione gratuita)

Freitag, 3. Oktober 2025

Die Schweiz braucht ein CHF-Stablecoin-Gesetz das verhindert, dass Milliardäre auf Kosten der Volkswirtschaft den grossen Reibach machen

Barbaren vor dem Tor, der Fall RJR Nabisco, so lautete der Titel eines 1989 erschienenen Buches über die damals neue Methode des leveraged buyout der Wall-Street-Banker. Also alte Grossunternehmen mit stillen Reserven wie RJR Nabisco fremdfinanziert zu übernehmen (Englisch leveraged buyout), aufzutrennen, und einzeln wieder abzustossen (asset stripping), alles ohne Rücksicht auf verlorene Arbeitsplätze und zerstörtes industrielles Know-How.

Solche leveraged buyouts befeuerten die Desindustrialisierung der USA und wurden zu Geburtshelferinnen der heutigen umregulierten Finanzgiganten, auch Schattenbanken genannt.

Was gestern das leveraged buyout für die USA, ist heute der CHF-Stablecoin für die Schweiz.

US-Milliardärsclans, wie die mit dem Trump-Miliardärsclan verbundene Lutnick-Familie stehen bereit, mit CHF-Stablecoins den grossen Reibach zu machen.

Brandon Lutnick, der Sohn von US-Handelsminister Howard Lutnick, der unlängst Bundespräsidentin Karin Keller-Suter beleidigte, ist Stargast am kommenden Plan B Forum in Lugano.

Darauf ist Lega-Politiker Michele Foletti stolz, seit 2021 Stadtpräsident von Lugano und ebenfalls Plan-B-Stargast.

Attenzione, non svendete il Paese, signor sindaco, möchte man Foletti zurufen. Der Plan B könnte zum Finanz-Marignano werden.

Die Lutnicks und die mit ihnen geschäftlich verbundenen Italo-Milliardäre Paolo Ardoino und Giancarlo Devasini kontrollieren mit Tether den grössten $Stablecoin, sie stehen in den Startlöchern von Lugano aus einem CHF-Stablecoin zu emittieren.

Der Schweizer Franken ist seit hundert Jahren eine Hartwährung. 

Gemäss neusten Zahlen hat der Franken an einem durchschnittlichen Handelstag nach $Dollar, Euro, Yen und Yuan einen Anteil von 6.4 Prozent am weltweiten Devisenumsatz.

Wer ein Teil dieses Umsatzes via CHF-Stablecoin digitalisiert, kann fett Kasse machen. Und die SNB-Geldpolitik stören obendrein.

Das muss der Schweizer Gesetzgeber verhindern: Wir brauchen ein Stablecoin-Gesetz. das die Lutnicks, Devasinis und Ardoinos stoppt.

Mittwoch, 24. September 2025

Kartelle statt Märkte, Milliardärskumpanei statt Wettbewerb: Der Trump'sche Neokorporatismus marschiert

Freie Märkte sind das Fundament der neoliberalen Wirtschaftstheorie, die das Wirtschaftsleben im Anglo-amerikanisch dominierten Westblock bislang inspirierte.

Doch die rasch wachsende US-amerikanische KI- und Chipsindustrie strukturiert sich zunehmend als ein einziges gigantisches Kartell, geführt von jenen Milliardären, die vor 9 Monaten bei der Amtseinsetzung mit US-Präsident Donald Trump feierten.

Nvidia saniert Intel und beteiligt sich daran, OpenAI und Oracle rücken zusammen und bauen gemeinsam mit Nvidia und Intel Chips bestückte Datenzentren. Ongonig story.

Eine wirtschaftshistorische Analogie zu diesem Prozess ist die Entstehung des deutschen IG-Farbenkonzerns vor hundert Jahren. Dieser wurde 1925 gegründet, nachdem die Chefs der damals weltweit führenden deutschen Chemiezonzerne BASF, Bayer, Höchst und einige kleinere Firmen zum Schluss kamen, ihre teilweise konkurrenzlosen, patentgeschützten Produktinnovationen seien am profitabelsten gemeinsam zu verkaufen. 

Anders als der nach seiner Niederlage im Ersten Weltkrieg stark geschwächte deutsche Staat bei IG-Farben, beteiligt sich heute das US-Finanzministerium kapitalmässig an Intel, und durch Regulation faktisch auch an Nvidia.

Die Perspektive einer kartellierten Public-Private-Partnership in der US-KI-Industrie passt perfekt zur Privatisierung der neuen Digitalgeldsorte US$-Stablecoins, welche die USA kürzlich per Gesetz festgeschrieben haben.

Dieses Gesetz ermöglicht es der Trump-Familie, sowie Lutnick, Bessent, Sacks und anderen hohe Exponenten seiner Administration, neben den Finanzumilliardären legal auf eigene Rechnung im neuen Geschäftsbereich Privates Digitalgeld zu  investieren.

Man kann es nicht anders sagen, der Trump'sche Neokorporatismus marschiert.

Unter dem Banner Make America Great Again arbeitet die Trump-Administration an einer Interessengemeinschaft mit den KI- und Digitgalgeld-Milliardären. An einem neuen US-amerikanischen Wirtschaftssystem, dessen Name erst noch gefunden werden muss.

Gestoppt werden kann diese Entwicklung nach heutiger Wahrscheinlichkeit nicht.

Die Anglo-amerikanische Globalisierung neoliberaler Prägung, die Weltwirtschaft, Weltfinanz und Welthandel seit 1990 prägt, ist Geschichte geworden.