Mittwoch, 20. August 2025

Staatskapitalismus-Oligarchie-Marktlenkung: Diese Triade dürfte das kommende neue Wirtschaftssystem der USA definieren

Neben der diplomatischen Revolution der Umkehrung der herkömmlichen US-amerikanischen Allianzen weg von EU und NATO hin zu Russland, zerlegt Präsident Trump auch den neoliberalen Finanzkapitalismus anglo-amerikanischer Prägung, wie er sich seit Beginn der 1970er Jahre über mehrere Stufen entwickelt hat.

Das kommende neue US-Wirtschaftssystem fusst auf ganz anderen Grundsätzen

Staatskapitalismus

Wie kein Präsident seit dem Zweiten Weltkrieg interveniert Trump ins Geschäft der Privatwirtschaft aller Branchen.

Heute beispielsweise kam die Meldung, er habe die Bosse der weltgrössten Bergbaukonzerne, die australische BHP und die britisch-australischen Rio Tinto ins Weisse Haus zitiert, um deren geplantes joint-venture Resolution Copper zu diskutieren, der Wiederinbetriebnahme einer riesigen, stillgelegten Kupfermine in Arizona.

Dies nachdem er vergangene Woche eine 10-prozentige Staatsbeteiligung an Intel ankündigte, Nvidia und AMD dazu verdonnerte, 15 Prozent ihrer Erlöse in China an den Staat abzuführen, drei der weltgrössten Chips-Hersteller.

Vor einem Monat genehmigte die Trump-Administration den Verkauf des letzten US-Stahlkochers US Steel an die japanische Nippon Steel nur unter der Bedingung, dass die US-Regierung bei wichtigen Entscheiden ein Mitspracherecht hat, bei Beschlüssen welche US-Werke und Arbeitsplätze betreffen, hat der US-Präsident ein Veto.

Als Staatskapitalist zwingt der US-Präsident diese Konzerne, ob amerikanisch oder nicht, ihre Gewinnmaximierung den von ihm definierten Landesinteressen der USA unterzuordnen.

Oligarchie

Geführt wird der entstehende amerikanische Staatskapitalismus weder von einer Partei, wie in China, und schon gar nicht von den Stimmberechtigten welche diese Partei gewählt haben, sondern von einer Oligarchenklasse, welche die Staatswirtschaft unter Führung des Präsidenten und seiner Administration anführt, und auch ergänzt.

Bereits sichtbare Manifestationen dieser Tendenz sind die Trump-Familie, deren Holding sich zurzeit vorbereitet im grossen Stil ins Geschäft mit den US-Dollar-Stablecoins einzusteigen, das kürzlich in einem Gesetz geregelt wurde.

Oder, wenn auch im umgekehrten Fall Elon Musk, der mit Trump brach, weil eines von dessen neuen Gesetzen seinen  Wirtschaftsinteressen diametral widerspricht.

Marktlenkung

Staatskapitalismus braucht Markt, ohne funktioniert er nicht. 

Wobei Markt im Staatskapitalismus nicht freie Preisbildung gemäss Angebot und Nachfrage bedeutet, mit staatlich administrierten Preisen als ultima Ratio bei Marktversagen.

Markt im Staatskapitalismus ist die Instrumentalisierung der Privatinitiative zwecks Wachstum von makroökonomischen Parametern wie Produktion, Dienstleistung, Handel und Konsum durch die Erlaubnis des Staates für Einzelpersonen, im Rahmen staatlicher Regulationen auf private Rechnung Produktion, Dienstleistung und Handel zu betreiben und damit Reichtum anzuhäufen.  

Wie ein solcher voltentwickelter, gelenkter Markt im US-Staatskapitalismus dereinst aussieht, bleibt noch abzuwarten.

Mittwoch, 13. August 2025

Die Nationalbank pusht Banknoten und testet digitales Girogeld - Gut so!

Heute veröffentlichte die Nationalbank die ersten Entwürfe für die neue Banknotenserie, welche die aktuellen Noten in einigen Jahren ablösen wird.

Diese Meldung erfolgt einen Monat nach der Ankündigung des neuen Bargeldlogistikzentrums in Bülach. Dort sollen in etwa fünf Jahren SNB-Banknoten via Bankensystem in den nationalen und globalen Bargeldkreislauf eingespeist und abgesogen werden.

Bülach liegt bekanntlich neben dem Zürcher Flughafen, was Noten-Anlieferungen von Auslandbanken, Schattenbanken und Finanzgesellschaften entgegenkommt, die dort von der SNB gezählt, geprüft, gereinigt und gebündelt, gegen eine Gebühr zurückgekauft werden.

Diese zwei Ankündigungen zu den Bargeldplänen der  SNB betreffen eine wichtige Bedingung zur Erhaltung der über hundertjährigen Rolle der Hartwährung Franken als Rechnungseinheit, Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel.

Die einzige Bedingung dazu ist es nicht, es gibt (mindestens) noch zwei weitere. Die technische liegt in der Hand des SNB-Direktoriums, die politische in der Hand des Bundesrates und der Bundesversammlung.

Die technische Bedingung ist die Digitalisierung des Frankens. Also die Bereitstellung einer von der SNB-emittierten, digitalen Form der Geldeinheit Franken (Englisch token), die, Blockchain-registriert, weltweit frei ausgetauscht werden kann.

Dazu vermeldete die SNB, ebenfalls vor einem Monat die Verlängerung und Erweiterung des seit zwei Jahren laufenden Projektes Helvetia.

Im Rahmen dieses Projekts stellt sie tokenisiertes Zentralbankgeld für Finanzinstitute (Englisch Wholesale Central Bank Digital Coins) auf der Handels- und Abwicklungsplattform SIX Digital Exchange zur Verfügung.

Innländische und ausländische Banken, Schattenbanken und Finanzgesellschaften, die bei der SNB ein Konto führen, können solche wCBDC, Blockchain-registriert, ausserhalb dieses Kontos, direkt miteinander tauschen. (Und damit auf der Blockchain der SIX Digital Exchange auch tokenisierte Vermögenswerte kaufen und verkaufen, doch das ist eine andere Geschichte)

Digitalfranken auf Blockchain für Einzelpersonen, also tokenisierte Banknoten, plant die SNB nicht.

Was das für privat emittierte Franken-Stablecoins für Detailkunden bedeutet, zum Beispiel 10 Milliarden UBS-emittierte CHF-Stablecoins, geankert mit einer neuen Zehnmilliarden-Bundesanleihe zur Finanzierung von Armee und Infrastruktur, ist ebenfalls eine andere Geschichte.

Der harte Franken ist neutral, oder er ist nicht.

Die zweite, nicht in der Hand des SNB-Direktoriums liegende Bedingung zur Erhaltung der global anerkannten Hartwährung Franken ist politisch.

Der universale Gebrauchswert der neuen Frankenserie und der SNB-wCBDCs, von der EU über die USA, China, Russland und andere BRICS-Staaten ist nur dann gegeben, wenn die SNB gewährleisten kann, dass ausschliesslich ihre Ausgabebedingungen gelten, und die Schweizer Regierung nicht mit politischen motivierten Sanktionen und Konfiskationen im Geldkreislauf interveniert. 

Doch hier happerts mit dem Bundesrat.

Im Krieg Russland gegen Ukraine/Nato und im Krieg Israel gegen Iran hat er den Boden der politischen Neutralität verlassen.

Im Verhältnis zu Russland hat er gemäss US und EU Vorgaben russisches Zentralbank- und Oligarchenkapital konfisziert.

Im Verhältnis zur Supermacht USA hat er sich von Trumps Zollhammer KO schlagen lassen. 

Im Verhältnis zur EU hat er die Bedeutung der verhandelten Verträge für den Weiterbestand des harten Frankens verkannt.

Solches Verhalten sabotiert die Pläne der Nationalbank zur Erhaltung der Stellung des Frankens als Hartwährung im zukünftigen Weltwährungssystem - Es sei denn, der Bundesrat erkennt die zukünftige Rolle des Frankens nur noch als europäisch, nicht mehr als universal.


PS: GoogleKI setzt neuerdings eigenständig Links auf der Google-Seite blogger. Hab die Links mal dringelassen.

Donnerstag, 26. Juni 2025

Die Schweiz braucht einen Importzoll auf Geld

Krise und Krieg herrscht auf der Welt, überall wo man hinschaut.

Die historische Funktion der Hartwährung Schweizer Frankens als sicherer Hafen für Geld für Weichwährungen aus der Epoche des Kalten Krieges bis 1990 und der nachfolgenden US-amerikanischen Hegemonie ist zurück.

Das Englische Pfund galt gemäss der in Bretton Woods 1944 festgelegten festen Relation etwa 17 Franken, heute, nach in mehr oder weniger dramatischen Stufen der Abwertung, gilt ein Pfund noch 1 Franken 09.

Der Dollar galt gemäss Fixkurs im Bretton-Woods-System bis zum Ende des Fixkurssystems 1973 etwa 4 Franken 25 Rappen. Dann pendelte er bis Ende der 1980er Jahre um 2.50, von den 1990er Jahre bis zu Finanzkrise 2008 um 1.20, heute gilt ein Dollar etwa 82 Rappen.

Der Wert des Euro schrumpfte seit seiner Einführung im Januar 1999 von 1 Franken 47 auf 94 Rappen.

Soviel zur Vergangenheit.

Mittlerweilen hat der globalisierte, anglo-amerikanische Finanzkapitalismus neoliberaler Prägung seine einstige Hegemonie verloren, eine neue Weltordnung entsteht.

Was genau kommt, und wie gross die Geburtsschmerzen sein werden steht in den Sternen.

Sicher ist hingegen, dass die Funktion des Frankens als sicherer Hafen in der Übergangszeit weiterhin wirkt.

Der Schweizer Franken gehört seit Jahren stabil zu den 6 meistgehandelten Währungen weltweit.

Laut den aktuellsten BIZ-Daten (Triennial Survey vom April 2022) war der Franken an 6.4 Prozent aller Devisentransaktionen beteiligt. Davon gut 4 Prozent USD/CHF-Paare am Spot–Markt. (Im Herbst publiziert die BIZ neuen Daten für April 2025.)

Dollar, Euro und Pfund sind heute Weichwährungen, institutionelle Anleger, Staatsfonds, Banken, und Milliardäre aus diesen Währungsräumen brauchen die Hartwährung Franken für finanzielle Operationen zum Schutz ihrer Buchgeldbestände.

Keine Rolle spielen dabei die wirtschaftlichen Landesinteressen der Schweiz, oder anders formuliert die Erfordernisse der Schweizer Realwirtschaft, welche unter den Bedingungen der Klimakrise Arbeitsplätze, Wohnraum, einen Teil der Nahrungsmittel und Lebensqualität für alle produziert. 

Meines Erachtens bringen finanztechnisch motivierte, grosse, nur kurz-bis mittelfristige Geldimporte in den Frankenraum dem Kleinstaat Schweiz volkswirtschaftliche Schäden. 

Deshalb brauch die Schweiz einen Importzoll auf Geld!

Montag, 9. Juni 2025

Hoppla - Insideparadeplatz pumpt memecoin $VLAD

Vor kurzem publizierte Lukas Hässig auf seinem viergelesenen Online Newsletter insideparadeplatz zwei Beiträge des anonymen influencers Russian Market, dem ich bereits seit einiger Zeit folge, weil er offensichtlich von Zürich aus operiert. Beiträge hier, und hier.

Wahrscheinlich ist der Anonymus ein Einheimischer, ansonsten könnte er wohl kaum Mani Matter in Original Berndeutsch zitieren.

In seinen zwei Beiträgen hypte Russian Market das nach eigenen Angaben von ihm selbst kreierte memecoin $VLAD.

Solche privatkreierte memecoins, auch shitcoins genannt, sind die digitalisierte, legalisierte und desodorierte Version des früher illegalen Schneeballsystems (Englisch Ponzi scheme) auf der Blockchain.

Wer private Kryptocoins emittiert, und es schafft, dass viele Leute kaufen, was er aus dem Nichts kreierte, wird reich. Mit der Zeit sinkt der Preis des wertlosen memecoins und die letzten im System beissen die Hunde.

Ein Beispiel dazu ist das memecoin $TRUMP.

Entwickelt wurde $TRUMP laut chatGPT von der eng mit der Trump-Familie verbundenen CIC Digital LLC und Fight Fight Fight LLC auf der Solana-Blockchain.

Lanciert am 17. Januar 2025 mit Spitzenwert pro coin kurzfristig ca. 70$, heute noch ca 2$. Max. Kapitalisierung kurz nach Lancierung über 10 Milliarden Dollar, heute noch knapp 2. Mia.

$VLAD wurde auf der Plattform pump.fun lanciert.

Diese Plattform ermöglicht die Ausgabe von privaten Kryptocoins auf Solana für jedermann und jedefrau und alle dazwischen.

Fair-launch wie es heisst, also ohne Bevorzugung des Emittenten, mit demselben Recht, die coins zu kaufen und zu verkaufen für alle.

So weit so gut.

Doch die Geschichte geht weiter.

Als neugieriger Mensch folge ich auf X auch vladcoin@runews. Der account charakterisisert sich selbst wie folgt: "Spreading love for Russia and Putin via crypto — bringing together Gen Z and young traders in a new kind of bond."

Vladcoin@runews ist eng verbunden mit einer nach eigenen Angaben gut 5000 Nasen zählenden Memecoin-Gemeinde.

Diese Leute scharen sich um die Plattform pump.fun, wo Mann und Frau und alle dazwischen memecoins auf Blockchain starten können, fair-launch, will heissen alle haben denselben Zugriff auf neugeschaffene coins.

Am 5. Juni 11.44 hiess es auf dem Telegramm-Kanal $VLAD Coin: "The major spike in vladcoin happened after the insideparadeplatz article was published - not because of retweets from Twitter influencers. They bring nothing. This Swiss newspaper  ist read by Swiss bankers and traders (Glencore, UBS, family offices, an so on) who have real money to invest.

Then vladcoin started do dip als old holders begann swapping their vlads into some nonsense. (...) but hey, a second article on insideparadeplatz is coming soon, titled vladcoin week 2: We hit 1 million and crashed - but we're aiming for 100 million this summer.

Am 5. Juni betrug der $VLAD market cap, also der Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Coins berechnet nach dem aktuellen Marktpreis ca. 430'000 Dollar.

Bis zum heutigen Pfingstmontag 9. Juni 12 Uhr ist er auf 311'000 Dollar gesunken.

Russian Markets, der wohl weiss wie der Hase läuft, dürfte seine vlads unterdessen abgestossen haben, und die $$$$$ zählen, die ihm die Insideparadeplatz-Pumpe aufs Konto spülte.

Ich aber frage mich, wie es Russian Market geschafft hat, insideparadeplatz vor den Karren seiner finanziellen Interessen zu spannen?

Samstag, 19. April 2025

Nationalbankdirektorium nicht an IWF/Weltbank Tagung vertreten - Gut so!

Am Ostermontag beginnt die routinemässige Frühjahrstagung vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington.

Eine öffentliche Teilnehmerliste veröffentlichen IWF/Weltbank nicht.

Wie Medien melden, sind auch die Mitgliedsstaaten China und Russland vertreten, Russland in reduzierter aber symbolisch bedeutender Präsenz, einen formellen Ausschluss beider Staaten gibt es (noch?) nicht.

Nicht in Washington vertreten ist laut NZZ (19.4.) das Nationalbank-Direktorium (SNB).

Die Herren Schlegel und Martin, sowie Frau Tschudin lassen sich demnach von der Stellvertretenden Direktion Rosmarie Schlup vertreten, die erst vor gut einem Jahr von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung zur SNB gestossen ist.

Meines Erachtens der richtige Entscheid.

Als Hüterin der Währungsstabilität des Frankens unter den Bedingungen des von Präsident Trump entfesselten Währungskrieges Dollar gegen Yuan, kann das SNB-Direktorium in der Kampfarena IWF/Weltbank nur verlieren.

Falls die chinesische Wie-du-mir-so-ich-dir-Politik im Handelskrieg auch im Währungskrieg gegen den Dollar greift, wird der sinkende Dollarkurs einen einen enormen Dollar-Kapitalzufluss in den Sicheren Hafen Franken auslösen.

Die zur Abwehr der Dollarschwemme nötigen Kapitalverkehrskontrollen können nicht in einer Kampfarena diskutiert werden. Das ist (vielleicht) im Rahmen der verschwiegenen Bruderschaft der Zentralbankenchefs im Rahmen der BIZ-Basel möglich - okay, einige Schwestern gibts mittlerweilen auch.

Noch ein Wörtchen zur NZZ, deren Wirtschaftsredaktor die auf Basis des SNB-Mandates wohlbegründete Abwesenheit des Direktoriums in Washington nicht nachvollziehen kann. Und zur Begründung statt währungspolitischer Analyse der konkreten Situation, einen lächerlichen Vergleich der kommenden IWF/Weltbank-Tagung mit der kommenden SNB-GV im Berner Kursaal liefert.

Das heute völlig auf Deutschland fixierte einstige Schweizer Wirtschaftsblatt - Eric Gujer kommt bei mir als Wiedergänger des germanophilen Generals Wille vom Ersten Weltkrieg rein - hat seine Berliner Redaktion derart aufgeblasen, dass die Zürcher Wirtschaftsredaktion die wirtschaftlichen Schweizer Landesinteressen nicht mehr versteht, welche die Basis des verfassungsmässigen und gesetzlichen Mandates der SNB sind.

Donnerstag, 17. April 2025

Dünne Eigenkapitaldecke, fetter OTC-Derivatebestand - UBS auf Crashkurs

Der UBS geht es nicht gut.

Sie ist ein systemisch relevanter Mitspieler in der dollardominierten Westfinanz.

Und gleichzeitig mit Abstand der grösste Player im Franken-Inlandgeschäft.

In beiden Geschäftsbereichen hat sie gröbere Strukturprobleme.

Ganz abgesehen davon, sind die beiden Bereiche der UBS aufgrund des rasch laufenden Wandels in Weltwirtschaft, Welthandel und Weltfinanz je länger je weniger kompatibel.

Probleme im globalen, dollarisierten Derivatgeschäft

Als eine von 29 G-Sifis gemäss Kriterien des BIZ-Global Stabilität Board, muss die Bank (im Prinzip) die Stabilitätskriterien der Bankregulatoren in allen bearbeiteten Jurisdiktionen erfüllen. Allen voran in ihrem Hauptmarkt USA.

Das schafft die UBS nicht mehr.

Vor zwei Tagen musste die CFDT, die Behörde welche die Derivatmärkte der USA reguliert und überwacht, der UBS vor zwei Tagen am 15. April eine Ausnahme ihrer Regeln im Derivatgeschäft gewähren.

Dies infolge der Übernahme von hochriskanten OTC-Derivaten aus dem CS-Bestand, d.h. nicht, oder nur wenig gehandelter Finanzermingeschäfte zwischen Grossbanken und Schattenbanken wie bsp. die Zuger Partners Group. 

Die CFDT musste dies tun, weil die UBS als G-Sifi to big-to-fail ist. (Bei der CS trat dieser Moment 2020 ein, als die Finma die CS-Eigenmittelanforderungen mit dem sogenannten regulatorischen Filter lockern musste.)

Probleme im Franken-Geschäft

Auch im Franken-Wirtschaftsraum ist die UBS to-big-to-fail.

Weil Bundesrätin Karin Keller-Sutter schlecht beraten ist, glaubt sie, das Risiko eines dritten Grossbankencrashs könne mit schärferen Eigenkapitalanforderungen gesenkt werden.

Wunschdenken. Die seit Beginn der 1980er Jahre eingetretene Hyperfinanzialisierung liess die Funktion des Eigenkapitals als Sicherheitspuffer völlig verpuffen.

Aus Sicht der Schweizer Landesinteressen muss der Wasserkopf UBS raschmöglichst abgelassen werden. Meines Erachtens am besten durch eine Aufspaltung in drei kapitalmässig und personell getrennte Teile, die in den Jurisdiktionen Schweiz, USA und Hongkong separat inkorporiert sind.

Die UBS im amerikanisch-chinesischen Wirtschaftskrieg

Aus geopolitischer Sicht sind alle dollarbasierten G-Sifis Auslaufmodelle. Technologisch basieren sie auf dem veralteten SWIFT-System, das technisch nicht mit der kommenden, von China aufgebauten volldigitalisierten BRICS-Finanzinfrastruktur mithalten kann. 

In der auch in der Westfinanz laufenden Volldigitaliserung, siehe pointzeroforum.com, haben die G-Sifis schlechte Karten, sie werden von den gigantischen US-IT-Konzernen verdrängt.

Besonders bedroht ist die UBS, die bei der CFTC - also einem Teil der Trump-Administration - bereits Staatshilfe in Form aufgeweichter Regeln beantragen musste.

Freitag, 11. April 2025

Alle reden vom Trump'schen Handelskrieg - der Trump'sche Währungskrieg ist für die Schweiz gefährlicher

Der gegenwärtige US-Handelskrieg schwächt auch den Dollar. Der Tiefpunkt des Dollarkurses gegenüber dem Franken lag in der vergangenen Woche bei 81 Rappen pro Dollar.

Kaufkraft bereinigt, bedeutet das eine erhebliche Überbewertung des Frankens.

Die Ursache des sinkenden Dollarkurses liegt in einem Kapitalzufluss aus dem Dollar in den Franken.

Treiber dieses Zuflusses ist Trumps America-First-Wirtschaftspolitik, welche die Schwächung des Dollarkurses anstrebt, zwecks Senkung der Exportpreise zwecks Stärkung der Exportindsustrie zwecks Reindustrialisierung des Landes.

Aus Schweizer Sicht ist die Franken-Überbewertung gegenüber dem Dollar noch gravierender als die langjährige Überbewertung des Frankens zum Euro, welche die Nationalbank durch massive Eurokäufe abfederte, um die Preise der Schweizer Exportindustrie in deren wichtigstem Markt, der EU, zu stabilisieren.

Beim Dollar geht es nicht nur um die Schwächung des überbewerteten Frankes zur Stabilisierung der Exportpreise der hiesigen Industrie im US-Markt, die aufgrund der Trump-Importzölle eh schon steigen, sondern darüberhinaus auch um schwerwiegende Auswirkungen des unterbewerteten Dollars auf dem Schweizer Finanzplatz.

Das Volumen der wichtigste Währung der Welt im globalen Raum, aus historischen Gründen auch Eurodollars genannt, übertrifft das Dollarvolumen in der US-Binnenwirtschaft um ein vielfaches.

Dieses gigantischen Dollar-Reservoir speist die Nachfrage nach der Hartwährung Franken, weil jeder in Franken gewechselte Dollar vor dem erwarteten Wertverlust dieser Währung schützt.

Zur Abfederung von Währungsverlusten können die grossen Akteure der dollarisierten Weltfinanz ihre weichen Dollars mit speziellen Instrumenten wie Währungs-Swaps und anderem mit der Hartwährung Franken koppeln.

Davon könnten einige grosse Banken profitieren, insbesondere die UBS und die Schattenbank Partners Group.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht hingegen, brächte diese neue Sektor auf dem Finanzplatz eine fatale Vertiefung des bereits allzuhohen Finanzialisierungsgrades. Die Schweiz braucht weniger Finanzwirtschaft und mehr Realwirtschaft.

Falls die Nationalbank nichts gegen den übermässigen Dollarzufluss und die dadurch induzierte Frankenstärke unternimmt, werden nicht nur die Exporte der hiesige Industrie in die USA geschwächt, ebenso werden die Weichen der Wirtschaftsentwicklung in die falsche Richtung gestellt.

Falls etwas gegen die Dollarschwemme unternommen wird, dürften Negativzinsen als Abwehrmassnahme nicht mehr ausreichen. Das Direktorium müsste zu drastischeren Mitteln greifen, den Giftschrank öffnen und Kapitalverkehrskontrollen einführen, also eine Bewilligungspflicht für den Umtausch von Dollar in Franken und umgekehrt.