Mit dem Ende von nzz.at ist die NZZ-Internationalisierungsstrategie, genauer deutsche Sprachraumstrategie, kommerziell gescheitert.
NZZ-CEO Veit Dengler hat die Kohle verbrannt, die ihm der Verwaltungsrat für das Projekt nzz.at zugesprochen hat. Damit ist auch das bereits angedachte Projekt nzz.de gestorben. Der kommerzielle Crash des munteren Austroamerikaners zeigt, dass die NZZ-Internationalisierungsstrategie marktwirtschaftlich nicht funktioniert.
Eine internationalistische, deutschsprachige Publizistik-Plattform baut keiner ohne Sugardaddy - Folgerichtig versuchts der erste nzz.at Chefredaktor Michael Fleischhacker heute mit Red-Bull-Miliardär Dietrich Mateschitz.
Ohne Sponsor kann sich der Brand NZZ nicht entschweizern und deutsch sprachregionalisieren. Einer muss die Anlaufkosten übernehmen. Uber? Google? Facebook? Alibaba? Baidu? Tencent?
Damit rückt das weltanschauliche Fundament der NZZ-Internationalisierung in den Fokus.
Warum eigentlich, soll die NZZ von einer publizistischen Plattform für die Schweiz zu einer publizistischen Plattform für den gesamten deutschen Sprachraum umgebaut werden?
Mittwoch, 19. April 2017
Dienstag, 29. November 2016
Digitalisierung des Frankens - Ist die Nationalbank überfordert, fragt durch die Blume Prof. Dirk Niepelt
Wer hat Angst vor Blockchain? Fragt sich heute in der NZZ Prof. Dirk Niepelt. Niepelt ist Direktor des Studienzentrums Gerzensee der Nationalbank und Professor an der Uni Bern.
Niepelts Frage bringt die, zumindest langfristig, grösste Herausforderung der Schweizer Geldpolitik auf den Punkt: Digitalisierung des Frankens auf Basis der Blockchain-Technik Ja oder Nein?
Bei allem Respekt vor Thomas Jordan, Fritz Zurbrügg und Andréa Maechler muss man sich fragen, ob ein dreiköpfiges Entscheidungsgremium nicht zu schmal aufgestellt ist, für einen solch weitreichenden wirtschaftspolitischen Entscheid.
Diesen Zweifel lese ich auch aus der Titelsetzung der NZZ-Blattmacher zu Niepelts heutiger Wortmeldung heraus.
Konkret geht es darum, ohne das Niepelt den Begriff erwähnt, welche Haltung die Nationalbank zum Projekt Utility Settlement Coin (USC) einnehmen soll, an dem einige internationale Banken unter Federführung der UBS arbeiten.
Von den technischen Details mal abgesehen - die sowieso kein gewöhnlich Sterblicher versteht - sind USC (fast) wie die Kryptowährung Bitcoin.
Jedoch nicht auf der Basis einer dubiosen Kunstwährung ohne Verankerung in der Realwirtschaft, deren Schöpfung (Mining) auf dem Computer überdies enorm viel Energie verschwendet. Sondern auf der Basis des Schweizer Frankens.
Das digitale Fusionsprodukt USC/CHF kann dank der Blockchain-Technik gleich wie Bitcoin für direkte, anonyme Überweisungen zwischen Gläubigern und Schuldner verwendet werden - Ohne dazutun eines Intermediärs wie einer Bank, einer Kreditkarte oder einem Börsenhändler.
Der digitalisierte Franken wäre ein ideales anonymes Zahlungsmittel im Internet und die Basis eines neuen, digitalisierten Schweizer Finanzplatzes obendrein.
Das Bankgeheimnis ist tot, es lebe der digitalisierte Franken, sagen sie bei der UBS. Axel Weber und Sergio Ermotti hoffen, dass die Nationalbank beim USC mittut.
PS: Das Konzept USC funktioniert selbstverständlich auch auf der Basis anderer Währungen.
Niepelts Frage bringt die, zumindest langfristig, grösste Herausforderung der Schweizer Geldpolitik auf den Punkt: Digitalisierung des Frankens auf Basis der Blockchain-Technik Ja oder Nein?
Bei allem Respekt vor Thomas Jordan, Fritz Zurbrügg und Andréa Maechler muss man sich fragen, ob ein dreiköpfiges Entscheidungsgremium nicht zu schmal aufgestellt ist, für einen solch weitreichenden wirtschaftspolitischen Entscheid.
Diesen Zweifel lese ich auch aus der Titelsetzung der NZZ-Blattmacher zu Niepelts heutiger Wortmeldung heraus.
Konkret geht es darum, ohne das Niepelt den Begriff erwähnt, welche Haltung die Nationalbank zum Projekt Utility Settlement Coin (USC) einnehmen soll, an dem einige internationale Banken unter Federführung der UBS arbeiten.
Von den technischen Details mal abgesehen - die sowieso kein gewöhnlich Sterblicher versteht - sind USC (fast) wie die Kryptowährung Bitcoin.
Jedoch nicht auf der Basis einer dubiosen Kunstwährung ohne Verankerung in der Realwirtschaft, deren Schöpfung (Mining) auf dem Computer überdies enorm viel Energie verschwendet. Sondern auf der Basis des Schweizer Frankens.
Das digitale Fusionsprodukt USC/CHF kann dank der Blockchain-Technik gleich wie Bitcoin für direkte, anonyme Überweisungen zwischen Gläubigern und Schuldner verwendet werden - Ohne dazutun eines Intermediärs wie einer Bank, einer Kreditkarte oder einem Börsenhändler.
Der digitalisierte Franken wäre ein ideales anonymes Zahlungsmittel im Internet und die Basis eines neuen, digitalisierten Schweizer Finanzplatzes obendrein.
Das Bankgeheimnis ist tot, es lebe der digitalisierte Franken, sagen sie bei der UBS. Axel Weber und Sergio Ermotti hoffen, dass die Nationalbank beim USC mittut.
PS: Das Konzept USC funktioniert selbstverständlich auch auf der Basis anderer Währungen.
Sonntag, 13. November 2016
Trumps Wahlsieg stürzt die NZZ, Eric Gujer und Veit Dengler in die Krise
Chefredaktor Eric Gujer schweigt. Bald eine Woche nach Trumps Triumph hat sich der erste Auslandkommentator von der Falkenstrasse noch nicht zur neuen Lage geäussert. Obwohl er von seiner Brötchengeberin gut dafür bezahlt wird, der NZZ-Leserschaft den Gang der Dinge auf der Welt zu erklären.
Gujers Schweigen in einem Moment, wo diese Erklärungen ganz besonders nötig wären zeigt, dass er im Ernstfall nicht als nüchtern analysierender Auslandsjournalist reagiert, sondern als verunsicherter Nato-Propagandist.
Man darf annehmen, dass es ihm die Sprache wegen seiner Nato-Linie gegen Dämon Putin in der Ukrainekrise verschlagen hat.
Sollte Präsident Trump den im Wahlkampf versprochenen Ausgleich mit Putin tatsächlich realisieren, wird die Nato so wie heute aufgestellt überflüssig.
Dann verlieren nicht nur die Grosszahl der Generäle und zivilen Top-Bürokraten im Nato-Hauptquartier in Brüssel den Job. Dann dürfte auch Nato-Propagandist Gujer, kaum mehr NZZ-Chefredaktor bleiben können.
Und wenn, dann nur um den Preis des Verlustes der Glaubwürdigkeit seines Blattes in jenen Kreisen, wo es diese noch nicht verloren hat.
Dass Präsident Trump und Präsident Putin die USA und Russland wieder versöhnen, ist meiner Meinung nach nicht ausgeschlossen. Geostrategisch wäre ein solcher Schritt ein schlauer Schachzug des taumelnden US-Imperiums. Ein Russland näher an den USA ist gleichzeitig auch ein Russland ferner von China. Der aufsteigenden neuen Weltmacht, die Trump auch schon als Hauptfeind der USA titulierte.
Wer weiss, vielleicht war es Meisterstratege Henry Kissinger, der Trump den Ausgleich mit Putin eingeflüstert hat? Schliesslich war das "Renversement des Alliances mit dem Kissinger die USA 1971 in eine faktisches Bündnis mit China führte, das eine Element des späteren Sieges der USA im Kalten Krieg über die Sowjetunion. (Das andere Element war die nicht funktionierende sowjetische Planwirtschaft.)
PS: Während der NZZ-Chefredaktor schweigt, twittert NZZ-CEO Veit Dengler eifrig Durchhalteparolen. "When you think it's too late, be careful you don't let that become your excuse for giving up".
Gujers Schweigen in einem Moment, wo diese Erklärungen ganz besonders nötig wären zeigt, dass er im Ernstfall nicht als nüchtern analysierender Auslandsjournalist reagiert, sondern als verunsicherter Nato-Propagandist.
Man darf annehmen, dass es ihm die Sprache wegen seiner Nato-Linie gegen Dämon Putin in der Ukrainekrise verschlagen hat.
Sollte Präsident Trump den im Wahlkampf versprochenen Ausgleich mit Putin tatsächlich realisieren, wird die Nato so wie heute aufgestellt überflüssig.
Dann verlieren nicht nur die Grosszahl der Generäle und zivilen Top-Bürokraten im Nato-Hauptquartier in Brüssel den Job. Dann dürfte auch Nato-Propagandist Gujer, kaum mehr NZZ-Chefredaktor bleiben können.
Und wenn, dann nur um den Preis des Verlustes der Glaubwürdigkeit seines Blattes in jenen Kreisen, wo es diese noch nicht verloren hat.
Dass Präsident Trump und Präsident Putin die USA und Russland wieder versöhnen, ist meiner Meinung nach nicht ausgeschlossen. Geostrategisch wäre ein solcher Schritt ein schlauer Schachzug des taumelnden US-Imperiums. Ein Russland näher an den USA ist gleichzeitig auch ein Russland ferner von China. Der aufsteigenden neuen Weltmacht, die Trump auch schon als Hauptfeind der USA titulierte.
Wer weiss, vielleicht war es Meisterstratege Henry Kissinger, der Trump den Ausgleich mit Putin eingeflüstert hat? Schliesslich war das "Renversement des Alliances mit dem Kissinger die USA 1971 in eine faktisches Bündnis mit China führte, das eine Element des späteren Sieges der USA im Kalten Krieg über die Sowjetunion. (Das andere Element war die nicht funktionierende sowjetische Planwirtschaft.)
PS: Während der NZZ-Chefredaktor schweigt, twittert NZZ-CEO Veit Dengler eifrig Durchhalteparolen. "When you think it's too late, be careful you don't let that become your excuse for giving up".
Samstag, 12. November 2016
Wo ist Eric Gujer?
Für die Medien ist Trumps Wahlsieg überall Chefsache, doch NZZ-Chefredaktor Eric Gujer schweigt.
Das ist umso erstaunlicher, als der überzeugte Amerikafreund in Washington über gute Beziehungen verfügt. Der Verlag des dortigen neokonservativen Thinktanks AEI hat mal ein Buch von ihm veröffentlicht.
Oder muss man heute sagen verfügte? Muss Gujer sein Adressbüchlein nach Trumps Triumpf jetzt shreddern?
Schon möglich. Der Shakeout in der United States Intelligence Community, dem Zusammenschluss der 17 Nachrichtendienste der USA, ist zurzeit in vollem Gang. Und man darf annehmen, dass zahlreiche Clintonistas ihren Job verlieren, darunter wohl auch einige Gujer-Buddies.
Und jetzt weiss der NZZ-Chefredaktor nicht mehr was schreiben - okay, vielleicht hat er ja auch nur eine Grippe.
Fakt ist, auch die gescheiterten Clintonistas bei der NZZ müssen sich zum neuen grossen Bruder Donald neu positionieren.
Hic Rhodus, hic salta!
Das ist umso erstaunlicher, als der überzeugte Amerikafreund in Washington über gute Beziehungen verfügt. Der Verlag des dortigen neokonservativen Thinktanks AEI hat mal ein Buch von ihm veröffentlicht.
Oder muss man heute sagen verfügte? Muss Gujer sein Adressbüchlein nach Trumps Triumpf jetzt shreddern?
Schon möglich. Der Shakeout in der United States Intelligence Community, dem Zusammenschluss der 17 Nachrichtendienste der USA, ist zurzeit in vollem Gang. Und man darf annehmen, dass zahlreiche Clintonistas ihren Job verlieren, darunter wohl auch einige Gujer-Buddies.
Und jetzt weiss der NZZ-Chefredaktor nicht mehr was schreiben - okay, vielleicht hat er ja auch nur eine Grippe.
Fakt ist, auch die gescheiterten Clintonistas bei der NZZ müssen sich zum neuen grossen Bruder Donald neu positionieren.
Hic Rhodus, hic salta!
Donnerstag, 13. Oktober 2016
Desinformation: Die neue Nationalbank-Webseite "Unsere Nationalbank" streut uns Sand in die Augen.
Unlängst ging die neue Nationalbank-Webseite "Unsere Nationalbank" www.our.snb.ch ans Netz. Darin erklärt die Nationalbank dem grossen Publikum in vier Sprachen ihre "komplexe Wirkungsweise", wie es im Einstieg auf die Seite heisst.
Nach der ersten Durchsicht dieser Seiten scheint mir das neue Online-Informationsangebot die verfassungsmässige Rechenschaftspflicht der Nationalbank gegenüber Parlament und Öffentlichkeit zu missachten.
Diese Seite liefert keine klare, allgemeinverständliche und relevante Informationen zum aktuellen Stand, sowie den absehbaren Wirkungen und Risiken der aktuellen Geldpolitik. Damit sät die Nationalbank nur Konfusion.
Etwa 95 Prozent der Textmenge des Themenblockes "Alles über unser Geld" handelt von Banknoten, halben Banknoten und zerissenen Banknoten. Obwohl die Banknoten nur etwa 10 Prozent des Geldes ausmachen. Etwa 90 Prozent sind Buchgeld, das nicht von der Nationalbank geschaffen wurde, sondern von den Geschäftsbanken, indem sie Kredite an Unternehmen und Private gewährten. Zu dieser viel wichtigeren Geldsorte weiss die Webseite jedoch fast nichts.
Das mittlerweilen aus den Fugen geratene Schweizer Geldsystem wird beschrieben, wie es vor dem Ausbruch der Finanzkrise einmal war. Womit die Nationalbank vertuscht, dass wir heute nach 8 Jahren weltweit ultrexpansiver Geldpolitik in einem ganz anderen, noch nie dagewesenen geldpolitischem Umfeld leben.
Wenn diese Webseite den Mechanismus der gesetzlichen Mindestreserven, welche das Bankensystem auf gewährte Kredite bei der Nationalbank halten muss, einfach kommentarlos referiert, suggeriert die Nationalbank damit eine nach wie vor grundsolide Schweizer Geldverfassung. Doch dem ist mitnichten so. Heute liegen diese gesetzlichen Mindestreserven infolge der enormen Eurokäufe der Nationalbank etwa 3000 Prozent höher, als gesetzlich vorgeschrieben.
Unkommentiert übergangen wird ferner auch die dringend nötige Verkleinerung der Nationalbankbilanz durch Abbau überschüssiger Devisenreserven und überschüssiger Girogelder. Sowie auch die explosiven mittel- und langfristigen Auswirkungen von Nullzinsen und weiterlaufenden Eurokäufen.
Nein. Die neue Nationalbank-Webseite ist kein Informations- sondern ein Desinformationsangebot.
Nach der ersten Durchsicht dieser Seiten scheint mir das neue Online-Informationsangebot die verfassungsmässige Rechenschaftspflicht der Nationalbank gegenüber Parlament und Öffentlichkeit zu missachten.
Diese Seite liefert keine klare, allgemeinverständliche und relevante Informationen zum aktuellen Stand, sowie den absehbaren Wirkungen und Risiken der aktuellen Geldpolitik. Damit sät die Nationalbank nur Konfusion.
Etwa 95 Prozent der Textmenge des Themenblockes "Alles über unser Geld" handelt von Banknoten, halben Banknoten und zerissenen Banknoten. Obwohl die Banknoten nur etwa 10 Prozent des Geldes ausmachen. Etwa 90 Prozent sind Buchgeld, das nicht von der Nationalbank geschaffen wurde, sondern von den Geschäftsbanken, indem sie Kredite an Unternehmen und Private gewährten. Zu dieser viel wichtigeren Geldsorte weiss die Webseite jedoch fast nichts.
Das mittlerweilen aus den Fugen geratene Schweizer Geldsystem wird beschrieben, wie es vor dem Ausbruch der Finanzkrise einmal war. Womit die Nationalbank vertuscht, dass wir heute nach 8 Jahren weltweit ultrexpansiver Geldpolitik in einem ganz anderen, noch nie dagewesenen geldpolitischem Umfeld leben.
Wenn diese Webseite den Mechanismus der gesetzlichen Mindestreserven, welche das Bankensystem auf gewährte Kredite bei der Nationalbank halten muss, einfach kommentarlos referiert, suggeriert die Nationalbank damit eine nach wie vor grundsolide Schweizer Geldverfassung. Doch dem ist mitnichten so. Heute liegen diese gesetzlichen Mindestreserven infolge der enormen Eurokäufe der Nationalbank etwa 3000 Prozent höher, als gesetzlich vorgeschrieben.
Unkommentiert übergangen wird ferner auch die dringend nötige Verkleinerung der Nationalbankbilanz durch Abbau überschüssiger Devisenreserven und überschüssiger Girogelder. Sowie auch die explosiven mittel- und langfristigen Auswirkungen von Nullzinsen und weiterlaufenden Eurokäufen.
Nein. Die neue Nationalbank-Webseite ist kein Informations- sondern ein Desinformationsangebot.
Freitag, 7. Oktober 2016
Rebelliert gegen die Grossverlage - Sagt der Journalist Constantin Seibt
Im heutigen Interview mit dem Branchenmagazin Persönlich hat der, noch bis Ende Jahr, Tages-Anzeiger Journalist Constantin Seibt sein publizistisches Projekt erstmals öffentlich präzisiert.
Bis dato sind laut Seibt Dutzende von Leuten involviert: "Das nicht zuletzt, weil fast allen in der Branche die Notwendigkeit für eine Rebellion klar ist: Es ist Zeit, dass sich die Journalisten unabhängig machen und der Journalismus unabhängig von den Grossverlagen existieren kann. Und ein Modell dafür schafft man nur gemeinsam, oder gar nicht."
Bravo Consti. Wer alt genug ist, errinnert sich noch an das Motto "Rebellion ist berechtigt!" aus Maos Kulturrevolution, das die Zürcher Alternativzeitschrift "Agitation" 1971 schmückte, wo die Karriere einiger guter Journalisten, gar Chefredaktoren begann.
Die Fragen der Interviewerin beantwortete Seibt in seiner gewohnt bildhaften Sprache für die er bekannt und beliebt ist - die jedoch aus meiner Sicht nur allzuoft die analytischen Schwächen seiner Texte kaschiert. Metaphernschlacht als Analyseersatz.
Beispiele aus dem erwähnten Persönlich-Interiew gefällig: "Wir wollen unser Baby wach, intelligent, ohne Bullshit. Das Kindchen muss gross genug sein, um Strahlkraft zu haben. Und eine Stimme in den wichtigsten Debatten. Und es muss schlank genug sein, um auf dem freien Markt überleben zu können."
Schwachpunkt von Seibts publizistischem Projekt scheint mir die Missachtung der NZZ zu sein. Dort investiert ein CEO, an dem ein Journalist verlorenging, zurzeit unbegrenzt viel Geld im Journalismus. Böse Zungen sagen der Mann schrecke dafür auch nicht davor zurück, das historische Mutterhaus am Sechseläutenplatz dem Meistbietenden zu verscherbeln.
Für mich ist das schwarze Loch NZZ in Seibts Lageanalyse umso erstaunlicher, als ich den idealen Platz für seine linksliberale Edelfeder im neuen Scheu'schen Feuilleton sehe. Als schillernder Kontrapunkt zu Cora Stephan.
Kann ja noch werden, wenn die eigene Kohle mal verbrannt ist.
Bis dato sind laut Seibt Dutzende von Leuten involviert: "Das nicht zuletzt, weil fast allen in der Branche die Notwendigkeit für eine Rebellion klar ist: Es ist Zeit, dass sich die Journalisten unabhängig machen und der Journalismus unabhängig von den Grossverlagen existieren kann. Und ein Modell dafür schafft man nur gemeinsam, oder gar nicht."
Bravo Consti. Wer alt genug ist, errinnert sich noch an das Motto "Rebellion ist berechtigt!" aus Maos Kulturrevolution, das die Zürcher Alternativzeitschrift "Agitation" 1971 schmückte, wo die Karriere einiger guter Journalisten, gar Chefredaktoren begann.
Die Fragen der Interviewerin beantwortete Seibt in seiner gewohnt bildhaften Sprache für die er bekannt und beliebt ist - die jedoch aus meiner Sicht nur allzuoft die analytischen Schwächen seiner Texte kaschiert. Metaphernschlacht als Analyseersatz.
Beispiele aus dem erwähnten Persönlich-Interiew gefällig: "Wir wollen unser Baby wach, intelligent, ohne Bullshit. Das Kindchen muss gross genug sein, um Strahlkraft zu haben. Und eine Stimme in den wichtigsten Debatten. Und es muss schlank genug sein, um auf dem freien Markt überleben zu können."
Schwachpunkt von Seibts publizistischem Projekt scheint mir die Missachtung der NZZ zu sein. Dort investiert ein CEO, an dem ein Journalist verlorenging, zurzeit unbegrenzt viel Geld im Journalismus. Böse Zungen sagen der Mann schrecke dafür auch nicht davor zurück, das historische Mutterhaus am Sechseläutenplatz dem Meistbietenden zu verscherbeln.
Für mich ist das schwarze Loch NZZ in Seibts Lageanalyse umso erstaunlicher, als ich den idealen Platz für seine linksliberale Edelfeder im neuen Scheu'schen Feuilleton sehe. Als schillernder Kontrapunkt zu Cora Stephan.
Kann ja noch werden, wenn die eigene Kohle mal verbrannt ist.
Mittwoch, 28. September 2016
NZZ-Feuilleton: Karen Horn will sich von doktrinären Sackgassen des Liberalismus fernhalten
Die Texte der NZZ-Kolumnistin Karen Horn fand ich schon bisher meistens gut. Horn lehrt ökonomische Ideengeschichte an der HU Berlin, sowie an den Universitäten Siegen und Erfurt.
Horns heutiger Aufmacher der NZZ-Feuilletons mit dem Titel "Raus aus den ideologischen Echokammern!", bestätigt diesen Eindruck.
"Wenn erst mal ein Austausch (mit Andersdenkenden) zustande kommt," schreibt Horn, "verändert er die Beteiligten. Das gilt im politischen Gespräch, wie auf dem Markt im engeren Sinn."
Am Schlusse ihres Textes schafft Horn die Quadratur des Kreise. Sie vermag den in linken Kreisen kaum beliebten neoliberalen Ökonomen Friedrich A. von Hayek in einen, wie mir scheint, allgemein positiven Kontext zu rücken.
Wie Sie schreibt, sprach Hayek lieber von "Katallaxie", abgeleitet vom griechischen Verbum "kattallatein", als von der Marktwirtschaft. Das Verb bedeutet auf Deutsch nicht nur tauschen, sondern auch "in die Gemeinschaft aufnehmen" und "aus einem Feind einen Freund machen".
Anders formuliert sagte Hayek: Treibt Handel, keinen Krieg.
Zur Thematik der doktrinären Sackgassen noch eine kleine Nachbemerkung.
Im Kafibank am Helvetiaplatz traf ich vergangene Woche den Journalisten Miklos Gimes, Edelfeder beim Tages-Anzeiger. Dabei kam unter anderem auch das Thema Stadtratswahlen 2018 aufs Tapet. Drei Tage später präsentierte mich dann Gimes in seiner Tages-Anzeiger-Stadtgeschichte (21.9.), ohne Namensnennung, als abtrünnigen Altlinksradikalen, der sich heute für den FdP-Kandidaten Filippo Leutenegger stark macht, statt für die SP-Kandidatin Corine Mauch.
Dazu hier soviel: wenn der alte Linksliberale Gimes vom alten Linksradikalen Trepp bei den kommenden Stadtratswahlen einfach bedingungslose Gefolgschaft für alle Linken und Grünen Kandidatinnen und Kandidaten fordert, bringt das Zürich auch nicht weiter.
Trau, schau wem, ist die bessere Devise.
Horns heutiger Aufmacher der NZZ-Feuilletons mit dem Titel "Raus aus den ideologischen Echokammern!", bestätigt diesen Eindruck.
"Wenn erst mal ein Austausch (mit Andersdenkenden) zustande kommt," schreibt Horn, "verändert er die Beteiligten. Das gilt im politischen Gespräch, wie auf dem Markt im engeren Sinn."
Wie Sie schreibt, sprach Hayek lieber von "Katallaxie", abgeleitet vom griechischen Verbum "kattallatein", als von der Marktwirtschaft. Das Verb bedeutet auf Deutsch nicht nur tauschen, sondern auch "in die Gemeinschaft aufnehmen" und "aus einem Feind einen Freund machen".
Anders formuliert sagte Hayek: Treibt Handel, keinen Krieg.
Zur Thematik der doktrinären Sackgassen noch eine kleine Nachbemerkung.
Im Kafibank am Helvetiaplatz traf ich vergangene Woche den Journalisten Miklos Gimes, Edelfeder beim Tages-Anzeiger. Dabei kam unter anderem auch das Thema Stadtratswahlen 2018 aufs Tapet. Drei Tage später präsentierte mich dann Gimes in seiner Tages-Anzeiger-Stadtgeschichte (21.9.), ohne Namensnennung, als abtrünnigen Altlinksradikalen, der sich heute für den FdP-Kandidaten Filippo Leutenegger stark macht, statt für die SP-Kandidatin Corine Mauch.
Dazu hier soviel: wenn der alte Linksliberale Gimes vom alten Linksradikalen Trepp bei den kommenden Stadtratswahlen einfach bedingungslose Gefolgschaft für alle Linken und Grünen Kandidatinnen und Kandidaten fordert, bringt das Zürich auch nicht weiter.
Trau, schau wem, ist die bessere Devise.
Abonnieren
Posts (Atom)